- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Mittwoch, 06. Mai 2015 08:00
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- Veröffentlicht von Redaktion Porta Vitalia
Heilerfolge durch Scheinmedikamente sind inzwischen wissenschaftlich belegt. Erfahren Sie Ursachen und Zusammenhänge und wem die pharmazeutischen „Platzpatronen“ helfen können.
Schon der griechische Philosoph Platon war überzeugt davon, dass allein Worte einen Kranken gesund machen können. Und heute? Wenn Medizin hilft, ohne dass sie einen Wirkstoff enthält, spricht die Wissenschaft von „Placebo“. „Im erweiterten Sinn werden auch andere medizinische Scheininterventionen als Placebo bezeichnet, beispielsweise Scheinoperationen“, heißt es bei Wikipedia. Ein weiterer Blick zurück: „Wer heilt hat Recht“, soll Ärzte-Urvater Hippokrates gesagt haben. Ein Zitat, bei dem wohl manchem Mediziner unserer Zeit unbehaglich zumute wird. Denn für ihn stellt sich die Frage: Warum wirkt etwas, was nach modernem Wissen eigentlich gar nicht wirken dürfte? Fakt ist: Placebos lindern Schmerzen, hemmen Entzündungen und lösen Asthma – und enthalten doch keinerlei wirksame Bestandteile. Trotzdem wirken diese Schein-Therapien bei vielen Menschen verblüffend gut. Aber warum, wie funktioniert der Placebo-Effekt?
Heilen durch reine Einbildung? Die Wirkung eines Placebos geht weit über das Gehirn und die Schmerzschaltkreise hinaus. Das weiß man aus verschiedenen Studien. So erhielten Probanden Mittel gegen Bluthochdruck, zu niedrigen Bluthochdruck oder aber ein Herzmedikament – wie sie glaubten. Obwohl sie tatsächlich nur ein Placebo einnahmen, veränderten sich Blutdruck und Durchblutung der Herzkranzgefäße messbar. Die Wirkung von Placebos geht damit weit über einen rein psychologischen Effekt hinaus.
Der Placebo-Effekt erklärt übrigens auch, warum Kaffeetrinker sogar durch entkoffeinierten Kaffee wacher werden: Durch jahrelange Erfahrung haben wir unbewusst gelernt, Geruch und Geschmack des Kaffees mit seiner aufputschenden Wirkung zu verbinden. Die Folge: Das Gehirn schüttet trotzdem wach machende Botenstoffe aus, ganz wie nach echtem Koffein, wie Studien zeigen.
Professor Dr. Robert Jütte, u. a. leitender Wissenschaftlicher Beirat der Bundesärztekammer „Placebo in der Medizin", ist überzeugt, dass der Placeboeffekt in der Tätigkeit des Arztes mitbegründet ist. Es kommt bei jeder Behandlung zwangsläufig zu einem Placebo-Effekt: Wenn der Patient genügend Vertrauen hat, kann die gewünschte Wirkung einer Behandlung durchaus eintreten.
In diesem Interview gibt der Placebo-Forscher einen Einblick ins Thema:
Wer es ausführlicher mag, sieht sich diesen Film an (ARTE)
Rätselhafte Heilerfolge. Ein Blick in die praktische Forschung
Bild: © Peter Hermes Furian - Fotolia.com
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