- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Montag, 14. April 2014 13:21
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- Veröffentlicht von Porta Vitalia Redaktion
Die Behörden halten sie Millionenfach auf Lager. Tamiflu und Relenza. Nach aktueller Datenlage wird deren Nutzen jetzt massiv infrage gestellt.
An schnippischen Bemerkungen von schulmedizinischer Seite gegenüber Naturheilmitteln und Nahrungsergänzungen hat es noch nie gemangelt. Nun dürfte man gerade dort ziemlich verschnupft sein. Eine neue Studie der Cochrane Collaboration (ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Ärzten, das sich an den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin orientiert) zeigte nämlich: Mit keinem der beiden Grippemedikamente Oseltamivir (wird unter dem Markennamen Tamiflu angeboten) oder Relenza lassen sich die teils drastischen Komplikationen einer Influenzainfektion verhindern.
Der Nutzen der darin enthaltenen Wirkstoffe Oseltamivir und Zanamivir ist fraglich: Zwar leiden Patienten, im Durchschnitt einen halben Tag kürzer an den typischen Grippesymptomen. Doch um welchen Preis? „Vor allem Oseltamivir ruft zudem bei vielen Patienten relevante Nebenwirkungen hervor“, heißt es auf aerztezeitung.de. Dennoch wird das Grippemittel von der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Behandlung der Influenza empfohlen und für den Fall einer Grippepandemie auch in Deutschland in millionenfachen Dosen auf Vorrat gehalten.
Der Nutzen der Medikamente wurde überbewertet und die potenziellen Schäden heruntergespielt
Für die Redakteurinnen der medizinischen Fachzeitschrift BMJ (British Medical Journal) Elizabeth Loder und Fiona Godlee ist die Argumentation der Firmen nach Publikation der neuen Daten hinfällig: "Die gesammelte Evidenz aus allen publizierten oder nicht publizierten Studien zeichnet ein wesentlich weniger positives Bild als das, welches man Regulierungsbehörden, politischen Entscheidungsträgern, Ärzten und der Öffentlichkeit bislang präsentiert hat.“ Man habe, so Loder, "den Nutzen der Medikamente überbewertet und die potenziellen Schäden heruntergespielt".
Transparent geht anders: Mehr als vier Jahre hat es gedauert, bis Experten der Cochrane Collaboration alle bis dato vorliegenden Rohdaten zu Oseltamivir und Zanamivir eingetrieben hatten – gegen den Widerstand der Hersteller. Übrigens: Erst vor einem Monat war eine Studie im Fachblatt The Lancet Respiratory Medicine zu einem anderen Ergebnis gelangt – finanziert vom Tamiflu-Hersteller.
Bevor man seitens der Schulmedizin wieder mal die Nase rümpft gegenüber Vitaminen & Co – vielleicht mal an die eigene fassen? Und Studien zur Kenntnis nehmen, welche teils uralte Erkenntnisse aus der Naturheilkunde wissenschaftlich bestätigen. Schließlich geht es nicht um den Mythos Medizin, sondern um die Gesundheit des Menschen. Oder sollte die Maxime doch lauten „Profit vor Patientenwohl“?
Quelle: u. a. aerztezeitung.de; zeit.de
Bild: © guukaa - Fotolia.com
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