- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Montag, 04. Juli 2016 08:00
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- Veröffentlicht von Redaktion Porta Vitalia
Das Phänomen der „Restless Legs“ trifft nicht nur Senioren und Schwangere. Doch der Einsatz von Medikamenten ist umstritten. Spezielle Bandagen sind hilfreicher, ergab eine Studie.
Betroffene fühlen einen unnatürlichen Bewegungsdrang, Kribbeln in den Beinen, Zuckungen oder quälenden Schmerz, geistern nachts umher. Etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung quält die „Schienbeinangst“, so nannte man das Restless-Legs-Syndrom früher. Durch den ständigen Schlafmangel fühlen sich die Betroffenen ständig müde und zermürbt. Das kann bis hin zu körperlicher und seelischer Erschöpfung führen.
Die Erkrankung tritt mit zunehmendem Alter immer häufiger auf, aber nicht nur dann. In der Regel werden Medikamente angewandt, allerdings kommt es häufig zu starken Nebenwirkungen. Auch deshalb, weil einige Medikamente aus der Parkinson-Behandlung stammen und das Leiden noch verschlimmern können. Doch nun scheint es, als gäbe es für Menschen bald eine Behandlungsform, die ohne Medikamente auskommt.
Der Hintergrund: Bisher war die Forschung davon ausgegangen, dass Menschen mit schwerem Restless Legs-Syndrom (RLS) Medikamente benötigen, um den Dopaminspiegel im Gehirn zu beeinflussen. Aber: Menschen, die unter RLS leiden, weisen gar keinen Dopaminmangel auf.
Nun haben Forscher haben eine Alternative zu diesen Medikamenten gefunden, die sich ebenso auf den Dopaminspiegel auswirkt: spezielle Fußbandagen. Diese Bandagen werden nicht einfach nur um den Fuß gewickelt. Vielmehr werden sie so angelegt, dass sie Druck auf zwei Muskeln in den Füßen ausüben. Dieser Druck bewirkt Ähnliches wie Akupunktur oder Massage – er regt die Ausschüttung von Dopamin im Gehirn an. Hierdurch entspannen sich die Muskeln, die bei einem Restless Legs-Syndrom aktiviert sind.
In einer Studie waren Fußbandagen dem Medikament Ropiniroldeutlich überlegen
Die Wissenschaftler haben ihre Methode in einer kleinen Studie untersucht. Zum Vergleich dienten ihnen drei Studien, in denen die Wirksamkeit von Ropinirol untersucht wurde – einen Dopamin-Antagonisten, der als Standard-Behandlung bei „unruhigen Beinen“ gilt. Zwei bis drei Wochen lang verwendeten die Teilnehmer ihre Bandagen immer dann nachts, wenn die ersten RLS-Symptome auftraten. In dem Fall erhöhten sie so lange den Druck, bis die Beschwerden verschwanden – bei Taubheitsgefühl lockerten sie die Bandage wieder.
Erstaunlicherweise zeigte sich, dass die Fußbandagen dem Medikament deutlich überlegen waren. „Bei der medikamentösen Therapie verbesserten sich die Symptome des RLS um 63 Prozent. Wurden die Fußbandagen angewendet, waren es unglaubliche 90 Prozent. Und auch auf die Schlaflosigkeit, die bei RLS ein sehr großes Problem ist, wirkte sich die Bandagen-Therapie aus. Sie reduzierte sich durchschnittlich um 82 Prozent!“, berichtet Dietmar Kowertz, Fachverlag für Gesundheitswissen.
Deutsche Restless Legs Vereinigung
Hilfe gegen unruhige Beine
Quellen: u. a. free-reporter.com; fid-gesundheitswissen.de
Bild: © juniart - fotolia.com
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