- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Dienstag, 26. Januar 2016 08:00
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- Veröffentlicht von Redaktion Porta Vitalia
Seit einigen Tagen gibt es Servicestellen für einen schnellen Termin beim Facharzt. Auffallend dabei sind die eine ganze Reihe von Ausnahmen.
Lange Wartezeiten auf einen Termin beim Facharzt sollen der Vergangenheit angehören. Gesetzlich Krankenversicherte haben nach dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz einen Anspruch auf einen zeitnahen Termin beim Facharzt. Bei Problemen sollen die neu eingerichtete Termin-Servicestellen (TSS) der Kassenärztlichen Vereinigungen helfen. Ihre Aufgabe: Patienten, die vom Hausarzt eine Überweisung mit Dringlichkeitsvermerk bekommen haben, einen Termin bei einem Facharzt zu vermitteln, dies innerhalb einer Woche. Klappt die Vermittlung innerhalb dieser Frist nicht, muss die Servicestelle einen Termin in einem Krankenhaus anbieten.
Keine Termine für Routineuntersuchungen oder bei Bagatell-Erkrankungen
Positive Ausnahme: Wer zum Augenarzt oder zum Gynäkologen will, kann sich auch ohne Überweisung an die Servicestelle wenden. Aber für die Vermittlung gibt es eine Reihe von Einschränkungen, z. B. bei verschiebbaren Routineuntersuchungen oder Bagatellerkrankungen. Gleiches gilt für Behandlungstermine beim Psychotherapeuten, Zahnarzt, Kieferorthopäden, Hausarzt und Kinderarzt.
Zudem hat der Patienten keinen Anspruch auf einen Termin beim Arzt seiner Wahl, ebenso wenig auf eine bestimmte Zeit oder eine bestimmte Region. Mit anderen Worten: jeder Patient bekommt einen Termin bei einem Arzt, der in dem jeweiligen Zeitraum freie Termine hat. Deshalb muss der Patient damit rechnen, dass mit dem vermittelten Termin unter Umständen eine längere Anfahrt vom Wohnort zum Facharzt verbunden ist.
Die meisten Patienten wollen zu ihrem ganz bestimmten „Favoriten“
Ob das Konzept der zentralen Terminvergabe funktioniert, wird von verschiedenen Seiten angezweifelt. Das Kardinalproblem: Die meisten Patienten wollen nicht zu irgendeinem Arzt. Sie wollen zu ihrem ganz bestimmten „Favoriten“, einen den sie schon kennen oder der ihnen von anderen Patienten empfohlen worden ist.
Lässt der Patient Termine sausen, könnte es Konsequenzen geben
Auch Ärztepräsident Montgomery stellt infrage, ob die Terminservicestellen das Problem der Wartezeiten beim Facharzt lösen können: "Wenn wir jetzt den Patienten innerhalb von vier Wochen irgendeinem Facharzt vermitteln – technisch ist das durchaus möglich – wird er nicht zufrieden sein und da nicht hingehen", prognostiziert Montgomery. "Wenn der Patient dann solche Termine sausen lässt, müssen wir auch darüber reden, wie wir damit umgehen. Das muss dann für ihn Konsequenzen haben“, sagte der Ärztepräsident in einem Interview mit der „Welt“.
Quellen: ihre-vorsorge.de; welt.de; Hamburger Abendblatt
Bild: © Gina Sanders - fotolia.com
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