- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Montag, 02. Mai 2016 08:00
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- Veröffentlicht von Redaktion Porta Vitalia
Von Schnabel-Cut bis „Wegwerf-Küken“, Federvieh-Fabriken bedeuten Tierquälerei. Sie ist aber auch gefährlich für die Gesundheit der Menschen. Ein Video komprimiert die Fakten.
Direkt nach dem Schlüpfen ab in die Gaskammer: Männliche Kükensind in einer auf Eierleistung getrimmten Landwirtschaftsindustrie nicht zu gebrauchen. Sie fressen viel, setzen aber kaum Fleisch an. Die Folge: Mehr als 40 Millionen männliche Küken werden in Deutschland direkt getötet, nachdem sie aus der Schale gekrochen sind, mit Kohlendioxid vergast.
Doch das ist nur ein einziger Aspekt aus dem Problemkreis Tierfabriken. Die „Hochleistungszucht“ – und beileibe nicht nur die bei Hühnern – wird von Tierschützern als Qualzucht angeprangert. Zwar hat ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts die Hühnerhaltung in Deutschland im Laufe der Jahre erheblich verändert. Aber bis heute sind eine ganze Reihe davon ungelöst, so auch Probleme der industriellen Legehennenhaltung.
Fast allen Hennen werden routinemäßig die Schnäbel gekürzt
In der aktuell bedeutendsten Produktionsmethode, der sogenannten Bodenhaltung, legen mittlerweile Tag für Tag 24 Millionen Hennen ihre Eier in geschlossenen Stallsystemen. Nicht selten bedeutet das: Bis zu 6000 Tiere auf mehreren Etagen drängeln sich in einem einzigen Stall. In dieser schieren Masse kämpfen die Hennen um dieHackordnung. Ein enormer Stresspegel, unter dem sich die Tiere in den Ställen gegenseitig verletzten oder gar töten würden. Daher kürzen Geflügelhalter ihren Legehennen die Schnäbel, dieses schon im Kükenalter. Mal ist es ein 800 Grad heißes Messer, mal ein Laserstrahl, mit dem die mit Nerven durchsetzten Schnabelspitzen gekürzt werden.
Im Frühjahr 2015 hat die Geflügelindustrie in einer Selbstverpflichtung versprochen, dass das Schnabelkürzen ab 2017 aufhören soll.
Das generelle Problem dabei: Die Tiermast nimmt immer stärker industrielle Dimensionen an, heißt: immer weniger Betriebe produzieren immer mehr Fleisch. Das zeigt auch der aktuelle Fleischatlas der heinrich-Böll-Stiftung .
Wer unter moralischen Gesichtpunkten einkauft, handelt auch im Sinne seiner Gesundheit
Dabei gibt es durchaus Alternativen, die ohne tierquälerische Haltung auskommen. Doch dort kosten die Eier einige Cent mehr. Es wird also auch mit am Verbraucherverhalten liegen, ob sich das „qualfreie Ei“ gegen die kostengünstigeren „Käfig-Eier“ durchsetzt. Wer unter diesem moralischen Gesichtpunkt einkauft, handelt aber auch im Sinne seiner eigenen Gesundheit: So zeigten Tierhygieniker der TU München, dass auf Bioeiern und -Hühnern deutlich weniger antiobiotikaresistente Keime zu finden sind. Solche resistenten Bakterien können auch eine Gefahr für den Menschen sein. Infiziert er sich damit, können ihm die gängigen Antibiotika nicht mehr helfen.
Kontrastprogramm: So sieht das Huhn der Zukunft aus
Glückliche Hühner im mobilen Hightech-Stall
In diesem Video redet der Hahn ohne Namen Tacheles – direkt aus der Tierfabrik:
Quellen: u.. a. tierfabiken-widerstand.org; webstory.zdf.de; sueddeutsche.de
Bild: © Pictures4you - fotolia.com
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