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Erneut liefern Forscher Belege dafür, dass Pestizide Mitschuld an Autismus und geistigen Entwicklungsstörungen von Kindern haben.

„Pflanzenschutzmittel“, das hört sich harmlos an. Doch lebt eine Mutter während ihrer Schwangerschaft in der Nähe von gespritzten Feldern, steigt das Risiko um zwei Drittel, dass ihr Kind unter Autismus oder eine anderen Störung leiden wird. Das berichten die Forscher

Irva Hertz-Picciotto von der University of California und ihr Team. Schwangere Frauen sollten daher diese Umgebungen meiden, so ihr dringender Rat.

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Schädigungen wie diese sind keine Seltenheit. Mehr als jedes zehnte Kind hat heute bereits von Geburt an eine Entwicklungs- und Verhaltensstörung, berichten Philippe Grandjean von der Universität von Süddänemark in Odense und Philip Landrigan von der Harvard University. Dazu gehören Autismus, geistige Defizite und Hyperaktivität, aber auch eine später auftretende erhöhte Aggression und andere Verhaltensauffälligkeiten. Die fatale Folge: Die im Mutterleib oder in der frühen Kindheit verursachten Chemikalienschäden sind größtenteils unbehandelbar und bleiben ein Leben lang bestehen.

Forscher warnen vor „schleichender Verdummung“ der Kinder

 Das Gehirn von Kindern reagiert während seiner Entwicklung im Mutterleib besonders empfindlich auf bestimmte Substanzen, das ist schon länger bekannt. Im Februar 2014 hatte eine Forschergruppe vor einer schleichenden „Verdummung“ der Kinder durch vorgeburtliche Belastung mit Umweltchemikalien gewarnt. Nun liefern die US-Forscher

um Hertz-Picciotto weitere Belege dafür, dass gerade Pestizide die geistige Entwicklung von Kindern nachhaltig stören und insbesondere auch Autismus fördern können. „Wir müssen zwar noch herausfinden, ob bestimmte Gruppen von Menschen besonders empfindlich auf die Substanzen reagieren, aber die grundsätzliche Botschaft ist klar: Schwangere sollten möglichst jeden Kontakt zu Pflanzenschutzmitteln vermeiden", sagt Hertz-Picciotto. Dies gelte nicht nur im Zusammenhang mit der Ernährung, sondern auch in Bezug auf Orte, wo die entsprechenden Wirkstoffe in die Umwelt gelangen. „Ich würde mit meiner Familie nicht an einem Ort wohnen wollen, wo in der Nähe Pestizide ausgebracht werden", sagte die Forscherin.

„Wir müssen weg von der irrigen Annahme, dass neue Chemikalien und Technologien so lange als ungefährlich gelten, bis das Gegenteil bewiesen wird“

Mit dieser Einschätzung ist sie nicht alleine. Immer mehr Wissenschaftler fordern tief greifende Änderungen in Zulassungsbestimmungen und Umweltrichtlinien. Auch bereits produzierte Chemikalien sollten noch einmal auf ihre neurotoxische Wirkung hin analysiert werden. Wichtig sei es auch, die Kriterien für diese Tests zu überprüfen. Denn bisher werden zwar akute neurotoxische Wirkungen getestet, aber schleichende und vorgeburtliche Wirkungen nicht erfasst. "Wir müssen weg von der irrigen Annahme, nach der neue Chemikalien und Technologien solange als ungefährlich gelten, bis ihnen das Gegenteil bewiesen wird", warnen Grandjean und Landrigan. Um die Kinder und auch die gesamte Gesellschaft gegen die stille Pandemie der schleichenden Vergiftung zu schützen, müsse man umdenken und entschlossener handeln.

Quelle: scinexx.de
Bild:    © overcrew - Fotolia.com

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