- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Donnerstag, 15. Mai 2014 08:00
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- Veröffentlicht von Porta Vitalia Redaktion
Ein erhöhter Wert im PSA-Test lässt einen Prostatakrebs vermuten. Der aber muss nicht zwangsläufig vorhanden sein. Das Problem dabei sind die möglichen Folgen eines Fehlalarms.
Durch den PSA-Test kann man fälschlicherweise zum Krebspatienten werden, sagen Kritiker und Betroffene. Beim diesem Test wird das Blut im Labor auf PSA untersucht. Liegt der Wert des von der Prostata ausgeschütteten Eiweißes über einer bestimmten Grenze, reicht das vielen Ärzten zum Verdacht auf Krebs. Doch dieser Test ist sehr umstritten und stößt bei Experten zunehmend auf Kritik. Denn einerseits werden Fehlalarme ausgelöst, andererseits gibt es Entwarnungen, obwohl ein Krebs vorhanden ist. Gravierende Folgen einer Fehldiagnose mit anschließender Operation können Impotenz und Harninkontinenz sein. Überzeugende Belege dafür, dass der PSA-Test tatsächlich hilft, gibt es keine. Daher lehnen die Krankenkassen die Übernahme der Kosten ab, der Patient muss aus eigener Tasche zahlen.
Auf der Basis eines PSA-Tests ist das Risiko zu einem Krebspatienten zu werden höher als die Gefahr an einem tatsächlichen Krebs zu sterben, sagt die Statistik. Grund genug für eine differenziertere Herangehensweise. „Eine Radikal-OP ist zwar immer noch die am weitesten verbreitete Therapie, aber dank des medizinischen Fortschritts längst nicht immer notwendig", warnen Dr. Thomas Dill und Dr. Martin Löhr von der Prostata-Klinik Heidelberg.
Zudem sollte man sich nicht von der Panikmache mancher Ärzte bei der Diagnose anstecken lassen. Unter der Headline „Sofortige Op bringt keinen Vorteil“ resümierte die Online-Ausgabe der Ärztezeitung: denn offenbar „haben abwartend behandelte Männer, die sich schließlich doch unters Messer legen müssen, offenbar keine Nachteile gegenüber solchen, die sofort operiert werden“.
Ein Massenscreening zur Früherkennung von Prostatakrebs halten sogar Deutschlands Urologen „derzeit nicht für sinnvoll“ (aerztezeitung.de). Der beste Umgang mit dem PSA-Test sei derzeit in der S3-Leitlinie zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms definiert. Das heißt: bestmögliche Aufklärung der früherkennungswilligen Männer, differenzierter Einsatz des Tests auf der Grundlage des besten und jeweils aktuellsten medizinischen Wissens. Der Test müsse betrachtet werden wie ein hochwirksames Medikament – wohldosiert segensreich, aber falsch eingesetzt könne er schädlich sein
Dieses Video zeigt, wie (vor)schnell jemand auf dem Operationstisch landen kann, wenn nach „Schema F“ verfahren wird:
Riskante Krebsvorsorge - zu viele Prostata-OPs
Quellen: u. a. prostata-wert.de; aerztezeitung.de; aerzteblatt.de; welt.de
Foto: © Udo Kroener - fotolia.com
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