- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Montag, 03. November 2014 08:00
- 14 .2
- Veröffentlicht von Redaktion Porta Vitalia
Vorsicht bei Mundhygienemaßnahmen mit chemischen Mitteln. Der bedenkenlose Griff zur "supersauberen Spülung" kann das Mundkrebsrisiko begünstigen, warnen Mediziner.
Die Motive für die Anwendung sogenannter medizinischer Mundwässer sind vielfältig, und oft genug sind sie eng miteinander verstrickt. Mangelnde Zahnpflege, Bequemlichkeit oder Gedankenlosigkeit im Sog diffizil inszenierter Werbespots lassen uns öfter zu vermeintlichen Universal-Zaubermitteln greifen, als es der Mundgesundheit zuträglich ist. Im Gegenteil:
Zu häufiger Gebrauch von Mundspülungen kann das Risiko für Mundkrebs erhöhen. Grundlage dieser alarmierenden Meldung ist eine Studie der Glasgow Dental School mit 4.000 Menschen aus neun Ländern. Das Ergebnis: Menschen, die mehr als dreimal pro Tag eine Mundspülung benutzen, zeigen ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen an Kehlkopf oder Mund. Die Untersuchung kam zu den gleichen Erkenntnissen, die bereits nach einer australischen Studie aus dem Jahr 2009 als gesichert galten. Seinerzeit stellten die untersuchenden Mediziner fest, dass stark alkoholhaltige Mundspülungen das Risiko für eine Krebserkrankung definitiv erhöhen. Der Grund hierfür liegt in der Beschaffenheit der Mundschleimhaut. Alkohol vermindert die natürliche Schutzfunktion der Mundschleimhaut, so dass Krebs auslösende Substanzen leichter in das Gewebe eindringen können.
Trotz der Negativwirkungen bei übermäßigem Gebrauch haben Mundspülungen in bestimmten Situationen durchaus ihre Berechtigung:
- Bestimmte Erkrankungen oder die Einnahme verschiedener Medikamente gehen einher mit reduziertem Speichelfluss. Hier ist die natürliche Selbstreinigungsfunktion des Mundes aufgrund des fehlenden Speichels herabgesetzt.
- Bei freiliegenden Zahnhälsen, nach Operation oder nach einer Parodontitis-Behandlung ist der Einsatz einer Mundspülung sinnvoll.
- Gleiches gilt für ältere oder behinderte Menschen, bei denen eine Mundspülung den Pflegestatus verbessert.
In all diesen Situationen wird jedoch der Arzt oder Zahnarzt die Verwendung einer geeigneten Mundspülung empfehlen. Eigenversorgung aus dem Discounterregal sollte besser unterlassen werden.
Abgesehen von solchen Sonderfällen sind Mundspülungen für eine effektive Mundhygiene aus Sicht zahlreicher Zahnärzte überhaupt nicht erforderlich. Wichtig sind drei Dinge: gründliches und regelmäßiges Putzen der Zähne (ohne Fluor!), der Einsatz von Zahnseide und regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt.
Übrigens: Wer glaubt, sich mit Mundwasser dauerhaft vor schlechtem Atem schützen zu können, ist auf dem Holzweg. Schlechter Atem wird in der Regel durch kranke Zähne oder Zahnfleischentzündungen verursacht.
Quelle: u.a. yamedo.de; portavitalia.com
Bild: © Dron - Fotolia.com
- Keine Kommentare gefunden
Meistgelesen
Ernährungsfrage: Wie ungesund ist Schweinefleisch tatsächlich?
Lagen die Bibel und der Koran richtig, ist Fleisch vom Schwein „unrein“, auch im medizinischen
Gesundheitsrisiko Geschirrspüler: Ärzte warnen vor Spülmittelrückständen
Sauberes Geschirr ist gut. Aber dennoch nicht immer ohne Risiko. Letzteres lauert ausgerechnet im
Lange Liste: Die besten Medikamente zum Krankwerden
So deutlich sind Ross und Reiter wohl noch nie genannt worden. Ein mutiger Heilpraktiker schockiert
Aloe Vera - die stille Heilerin
Wohl kaum eine Pflanze hat die Naturprodukte-Hitliste von Heilkundigen und Gesundheitsfachleuten
„FC Bayern-Doc“: Hochklassige Nahrungsergänzungen sind unverzichtbar
Er ist eine lebende Legende. Spitzensportler aus aller Welt suchen seinen Rat. Hier erklärt Dr.
ARD Buffet: Lässt sich Diabetes in 28 Tagen ausknocken?
Dr. Rainer Limpinsel, selbst ehemaliges „Diabetes-Opfer“ erklärt am eigenen Beispiel, wie’s im
Arzneimittelforschung: Die Kombi „Vitamine+Arginin“ reduziert das Vergessen
L-Arginin gilt als „Wunderformel für die Adern“. Seine Nutzung als Nahrungsergänzung ist noch wenig
Die Bombe unter der Achselhöhle: Was Deos anrichten
Die Werbung suggeriert uns täglich, dass wir ohne Deodorant gar nicht auf die Straße gehen dürften.
Schneller sterben mit der Mikrowelle
Mikrowellen sind überaus beliebt, weil sie so herrlich praktisch sind. Ruck, zuck ist das Essen
Colostrum als Grippeschutz für die kalte Jahreszeit
Colostrum ist eines der ältesten und außergewöhnlichsten Nahrungsmittel, welches in der Natur zu


Einen Kommentar verfassen
Poste einen Kommentar als Gast