- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Donnerstag, 18. Februar 2016 08:00
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- Veröffentlicht von Redaktion Porta Vitalia
Das „Gift der Digitalisierung“ wirkt schleichend. Oft hilft dann nur noch die Zuflucht zu einem Selbsthilfeprojekt.
WLAN im Klassenzimmer, Kindergarten-Ipads – die Digitalisierung unseres Alltags schreitet immer weiter voran. Manche daddeln, bis der Arzt kommt. Mit fatalen Auswirkungen: 8 Prozent der deutschen Bevölkerung sind bereits stark Internetsüchtig. Spitzenreiter weltweit ist Südkorea mit knapp 30 Prozent. Deshalb wurde dort ein Gesetz auf den Weg gebracht, das die Betreiber verpflichtet, Gameserver um Mitternacht abzuschalten.
Eine Entwicklung, die der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte mit Sorge verfolgt: Mobile Medien können schädlich für Kinder und Jugendliche sein und sie daran hindern, sich geistig zu entfalten, warnen die Ärzte. Sie seien mit den gesundheitlichen und psychologischen Folgen der Computernutzung täglich in ihren Praxen konfrontiert. Als Beispiele nennen sie Überforderung, Kopfschmerzen und psychische Erkrankungen wie die Aufmerksamkeitsstörung ADHS. Die Mediziner kritisieren aber auch, dass manche Eltern ihre Kinder vernachlässigen, weil ihnen ihre Smartphones wichtiger sind.
Das Problem von der positiven Seite aus betrachtet: Hierzulande hatten Modellversuche mit Handyverboten an Schulen eine deutliche Leistungssteigerung bei den Schülern zur Folge. Und: Facebook-Entzug kann die Laune heben, so das Ergebnis einer Studie des Happiness-Research-Instituts in Kopenhagen. Die Forscher untersuchten 1095 Mitglieder des Netzwerks. Die Hälfte verzichtete ein Woche lang auf Facebook. Danach fühlten sie sich konzentrierter, weniger gestresst und zufriedener als diejenigen, die diese Pause nicht eingelegt hatten
Aber wann fängt der Gebrauch des Handys an, krankhaft zu werden? Und in welchem Maße bedroht die technische Entwicklung der Smartphones und Tablets unsere Gesundheit? Laut Gehirnforscher Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer werden wir „cyberkrank“, wenn wir den digitalen Medien die Kontrolle aller Lebensbereiche überantworten, stundenlang Online Games spielen und in sozialen Netzwerken unterwegs sind.
Eltern, die über eine mögliche Internetsucht ihrer Kinder besorgt sind, können sich an das das virtuelle Selbsthilfeprojekt webC@RE wenden. Dort gibt es eine Eltern-Selbsthilfegruppe sowie einen Selbsttest für die Betroffenen: Auf www.hls-webcare.org erhalten Jugendliche eine Einschätzung, ob ihr Medienkonsum tatsächlich besorgniserregend ist.
So schützen Sie Ihr Kind vor dem Daddel-Desaster
In diesem Video informiert Professor Spitzer über alarmierende Krankheitsmuster, warnt vor den Gesundheitsgefahren der digitalen Technik und erklärt, wie wir uns schützen können.
Quellen: u.a. radiowissen.de; freitag.de; portavitalia.com
Bild: © Epibrate Images - fotolia.com
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