- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Donnerstag, 23. Januar 2014 11:03
- 14 .2
- Veröffentlicht von Porta Vitalia Redaktion
Macht Zucker dick? Selbstverständlich! sagen die einen. Natürlich nicht! behaupten die anderen. Letztere wollen es sich offenbar nicht mit ihrer jeweiligen Geldquelle verderben.
Wes Brot ich ess’, des Lied ich sing! Systematische Übersichtsarbeiten mit industrieller Förderung kommen fünfmal häufiger zu dem Ergebnis, dass kein Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke und einer Gewichtszunahme besteht, als Studien ohne Interessenkonflikt. Das berichtet das Ärzteblatt mit Hinweis auf Ergebnisse von Wissenschaftlern der Universität Navarra in Spanien und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE). Demnach erfassten die Forscher alle Übersichtsarbeiten zum Thema „Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Getränke und Übergewicht“. In sechs der 17 Artikel gaben Autoren finanzielle Interessenkonflikte an. „Finanzielle Interessenkonflikte“, das bedeutet konkret: einer oder mehrere der Autoren gehörten der Lebensmittelindustrie an oder erhielten von dort finanzielle Unterstützung.
Bei industriell geförderte Studien fehlt oft der Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke und Übergewicht – obwohl dies im Widerspruch zu den Ergebnissen der Originalarbeiten steht
Die Folgen überraschen dann auch nicht sonderlich: 83,3 Prozent der systematischen Übersichtsarbeiten, die o h n e Interessenkonflikt geschrieben waren, resümierten, dass ein hoher Konsum zuckerhaltiger Getränke direkt mit Gewichtszunahme oder Übergewicht verbunden ist. Dagegen kamen gleichfalls 83,3 Prozent der Arbeiten m i t Interessenkonflikten genau zum entgegengesetzten Ergebnis – dass die Daten keinen Zusammenhang belegen.
Ungewohnt deutlich fällt der Kommentar von Matthias Schulze, Co-Autor und Leiter der Abteilung Molekulare Epidemiologie am DIfE aus: „…stimmen die Ergebnisse uns doch bedenklich, da sie annehmen lassen, dass finanzielle Interessenkonflikte die Schluss¬folgerungen einer Übersichtsarbeit beeinflussen können“. So sei auffällig, dass industriell geförderte Studien oft über einen fehlenden Zusammenhang zwischen dem Konsum von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken und Übergewicht berichteten, obwohl dies im Widerspruch zu den Ergebnissen der Originalarbeiten stehe.
Lesen Sie hierzu auch „Medizinische Forschung im Zwielicht“: HTTPS://www.portavitalia.com/gesundheit/medizinische-forschung-im-zwielicht-immer-mehr-getrimmte-studien
Bild:© jogyx - Fotolia.com
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