- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Dienstag, 22. Oktober 2013 08:04
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- Veröffentlicht von Porta Vitalia Redaktion
Medizinische Studien sind verlässlich, denkt man. Und Ärzte und Patienten müssen sich darauf verlassen können. Doch die Anzahl suspekter Studienergebnisse boomt.
Genau jene Wissenschaftler, die permanent den Mangel an glaubwürdigen Beweisen für die Wirksamkeit natürlicher Heilweisen beklagen, sie öffentlich anzweifeln oder gar als gefährlich einstufen, haben nun selber ein großformatiges Glaubwürdigkeitsproblem. Ein Beispiel: Das Ergebnis einer norwegischen Studie, die sich mit der Wirkung von Neuroleptika in der Schizophrenie-Therapie beschäftigte, wurde in der Fachzeitschrift BMC Research Notes publiziert.
Doch nach eingehender Überprüfung stellten Experten fest, dass die gesamte Studie auf falschen Datensätzen basierte, das Ergebnis somit absolut haltlos war.
Wäre dieser "Ausrutscher" ein Einzelfall, ließe sich darüber vielleicht noch schmunzeln. Doch falsche Studien werden immer häufiger veröffentlicht, so ein aktueller Bericht über den „tragischen Trend“, veröffentlicht in der Fachzeitschrift PLOS ONE. Er deckt auf, dass sich von Beginn des Jahres 2000 an die Anzahl der zurückgezogenen Artikel zu veröffentlichten Studien fast um das Zehnfache(!) erhöht hat.
Allzu geheimnisvoll sind die Ursachen solcher Rückzieher nicht. Der Wissenschaftler Ashutosh Jogalekar bringt es in einem Beitrag für die Zeitschrift Scientific American folgendermaßen auf den Punkt: „Die Wissenschaft hat sich stark verändert. Sie befindet sich in einem ungeheuerlichen Wettbewerb mit sehr hohen Einsätzen. Es sollte nicht verschwiegen werden, dass diese Art von Druck durchaus auch dazu beitragen kann, hier mal einen Datenpunkt in das Diagramm einzufügen und dort ein paar Testwerte zu optimieren. All dies geschieht, um einen eigenen Artikel in einer einflussreichen Fachzeitschrift publizieren zu können, wodurch Position, Anerkennung und Ruhm gewährleistet werden.“
Es ließe sich hinzufügen: Studienfälschungen, auch zum Wohle der eigenen Karriere, bleiben dennoch Fälschungen – und damit Straftaten. Allerdings ist das Phänomen nicht ganz neu; laut Wikipedia führte Charles Babbage schon 1830 mit Forging (Fälschen oder Erfinden von Ergebnissen und Beobachtungen), Trimming („Datenmassage“; bewusste Manipulation von Messwerten) sowie Cooking („Schönung“ von Ergebnissen durch das Weglassen abweichender Messwerte) eine Klassifikation der Betrugsformen ein, die bis heute gültig ist. Im medizinischen Bereich schon eine, die an Körperverletzung grenzt. Weil sie Gesundheit und Leben gefährdet.
Bild:© chrisdorney - Fotolia.com
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