- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Samstag, 25. Oktober 2014 08:00
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- Veröffentlicht von Redaktion Porta Vitalia
Pharma-PR funktioniert oft mit der Brechstange. Dazu gehören Jubelmeldungen ebenso wie Panikmache. Oder das Schüren von sexuellen Ängsten bei Männern.
Ist Priligy der von vielen Männern lang ersehnte Ergussverzögerer? Die Werbemaschinerie für das Produkt läuft jedenfalls auf Hochtouren: Das Problem des vorzeitigen Samenergusses kenne jeder fünfte Mann, heißt es in einer Umfrage mit dem Titel „Sexreport“, das berichtet der Schweizer „Beobachter“. Wegen dieser „Sexualfunktionsstörung“ könne der Beischlaf zur „Zerreißprobe“ werden, das Leiden gar zur Trennung führen. Auftraggeber des Reports: der italienische Pharmakonzern Menarini. Er hält die Lizenz für Priligy – ein Antidepressivum, das auch gegen vorzeitigen Samenerguss wirken soll.
Als Sexualexperte und Ancorman sollen ein Uniprofessor und die Website einer Gesellschaft, dessen Vorsitzender der Mann ist, dem „unmoralischen Angebot“ eine Aura von Seriosität verleihen. Diese Gesellschaft hat sich nach eigenen Angaben der „Aufklärung in Sachen frühzeitiger Samenerguss“ verschrieben. Sogar ein TV-Spot sei geplant, heißt es. Zudem wird dort auf eine Internetplattform verwiesen – die von Menarini gesponsert wird. Und die preist, kaum ahnt man es, mehrfach die „pharmakologische Lösung“.
Pharmakonzern erfindet Massenleiden», berichtete der „Spiegel“ schon im vergangenen Jahr zu einem ähnlichen PR-Manöver.Menarini hatte seinerzeit in der Bundesrepublik eine ähnliche Marketingkampagne für Priligy gefahren. Verträglichkeit und Sicherheit des gelobten Ergussverzögerers wurde laut wikipedia in fünf placebo-kontrollierten Studien untersucht. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen (im Fachjargon „unerwünschte Arzneiwirkungen“) waren demnach Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Durchfall, Schlaflosigkeit und Müdigkeit.
Das teure Medikament ((30 Franken pro Pille, ca. 25 Euro) fällt übrigens unter die Rubrik „Lifestyle“. Sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland – und wird nicht von den Krankenkassen bezahlt. In den USA wurde es gar nicht erst zugelassen.
Quelle: beobachter.ch
Bild: © beobachter.ch
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