- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Montag, 10. August 2015 08:00
- 15 .2
- Veröffentlicht von Redaktion Porta Vitalia
Verbraucherschützer rufen zum Widerstand auf – in Europa läuft die Zulassung für Glyphosat bald aus. Um die Erneuerung wird gestritten, erbittert und mit fiesen Haken und Ösen.
Glyphosat „weltweit das am meisten verkaufte Ackergift“ (Süddeutsche Zeitung), ist einem Bericht des Fachgremiums für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge als „wahrscheinlich krebserregend“ einzustufen. Der umstrittene Unkrautvernichter, momentan in jedem Baumarkt erhältlich (z.B. das Produkt „Roundup“ von Monsanto), steht seit Jahren im Verdacht, bei Mensch und Tier Krebs zu erregen und deren Hormonhaushalt zu beeinträchtigen. HTTPS://politik-im-spiegel.de/fieses-in-der-landwirtschaft/. „Glyphosat – das DDT des 21. Jahrhunderts?“ sorgt sich der SPIEGEL unter der Headline „Totgespritzt“.
„Keine Schädigung bei Versuchstieren“
Glyphosat ist nur noch bis Ende 2015 zugelassen. Verbieten oder verlängern? Eine besondere Rolle spiele hierbei das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das der europäischen Behörde EFSA als Berichterstatter zuarbeiten soll, so die Organisation Lobbycontrol: In der neuen Beurteilung von Glyphosat, die das BfR 2014 veröffentlichte, sei das Bundesamt zu dem Schluss gekommen, dass es „keine Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat bei Versuchstieren“ gab und empfahl eine erneuerte Zulassung.
Wenig transparent dabei: Die wissenschaftlichen Studien, auf die sich BfR und EFSA beziehen, wurden nicht der Öffentlichkeit präsentiert, da sie angeblich Geschäftsgeheimnisse beinhalten, moniert Lobbycontrol.Gleichzeitig wurde ein Papier veröffentlicht, in dem mehrere Studien, die schädliche Effekte von Glyphosat feststellten, als unglaubwürdig abgestempelt wurden.
Nun ist es an der EFSA, endgültig über eine Zulassung zu entscheiden. Problematisch dabei: im BfR-Komitee, das eng mit der EFSA zusammenarbeitet, sitzen mehrere Mitarbeiter von BASF und Bayer. Lobbycontrol: „Die wissenschaftliche Unabhängigkeit derer, die von einer Zulassung von Glyphosat profitieren, ist äußerst fragwürdig.“
Unterschriften-Aktion des Umweltinstituts München
Quellen: u. a. sueddeutsche.de; medizinauskunft.de; portavitalia.com; SPIEGEL 24/2015
Bild: © Zerbor - fotolia.com
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