- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Donnerstag, 24. Oktober 2013 08:05
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- Veröffentlicht von Porta Vitalia Redaktion
Sollte man schon bei ersten Gedächtnisstörungen Medikamente nehmen, um eine Demenz zu verzögern? Klar, sagen die Hersteller. Eine neue Metaanalyse kommt zu einer ganz anderen Einschätzung.
Medikamente wie Cholinesterasehemmer und Memantin konnten in Studien mit Alzheimerpatienten das Fortschreiten der Erkrankung nur unwesentlich verzögern. Dennoch werden die Mittel in Nordamerika mangels Alternativen großzügig eingesetzt.
Für Andrea Tricco und Mitarbeiter von der Universität in Toronto mit ein Grund, die alten Daten in einer Metaanalyse noch einmal neu aufzuwärmen. Ergebnis: Insgesamt ließ sich für keines der Medikamente eine eindeutig bessere Kognition im Vergleich zu Placebo nachweisen.
Ein ähnliches Bild ergab sich bei den Aktivitäten des täglichen Lebens oder bei neuropsychiatrischen Störungen – auch hier deutete nichts auf einen klaren Vorteil einer frühen Antidementiva-Therapie hin.
Statistisch signifikant und klinisch relevant kam es hingegen mit der Medikation häufiger zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen. Die Forscher raten aufgrund dieser Daten von Antidementiva bei milden Gedächtnisstörungen (MCI) ab.
„Bei der Einführung des ‚Medikamentes’, moniert ein Mediziner in der Online-Ausgabe der Ärztezeitung, „wurde mitgeteilt, dass es allenfalls zu einer Verschiebung der Krankheitssymptome um ein Jahr käme. Eine Verbesserung wurde nicht in Aussicht gestellt. Bei dem Preis der Substanz habe ich das Ganze, mit Verlaub, schon damals für einen Marketingtrick gehalten , um eine hochpreisige Substanz über den psychologische Druck der Angehörigen auf den Arzt in den Markt zu drücken.“
Neue Studien mit den bisherigen Antidementiva seien dennoch nicht zu erwarten, kommentiert die Ärztezeitung. Der Patentschutz sei längst abgelaufen, in der Industrie dürfe das Interesse daher gering sein, und den Universitäten fehle für die nötigen Untersuchungen schlicht das Geld. Doch gerade die Uniforschung habe mit wenig Aufwand gezeigt, dass es auch für MCI-Patienten brauchbare Optionen gebe: Geistiges und körperliches Training scheine für das Hirn selbst bei MCI noch viel zu bringen, sei auf dem Neurologenkongress in Dresden zu hören gewesen.
Quelle: Ärztezeitung
Bild:© Peter Maszlen - Fotolia.com
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