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Großbritanniens oberste Gesundheitsbeamtin schlägt Alarm: Antibiotika-Resistenzen greifen immer weiter um sich. Besonders im Krankenhaus können resistente Bakterien bei geschwächten oder frisch operierten Menschen zu lebensbedrohlichen Entzündungen führen.

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Nicht selten muss die Ärzteschaft hilflos zusehen, wie Menschen sterben. Allein in der EU geschieht dies jedes Jahr etwa 25.000 Mal. Deshalb rief Professor Dame Sally Davies, Chief Medical Officer (CMO), die Staatengemeinschaft dazu auf, gegen die sich ausweitende Antibiotika-Resistenz, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Das Problem könne im Laufe der nächsten beiden Jahrzehnte Millionen Todesopfer fordern. Davies nennt die stetig wachsende Resistenz von Krankheitserregern gegen die im Einsatz befindlichen Antibiotika eine “katastrophale Bedrohung”. Dieses Phänomen sei insbesondere deshalb so gravierend geworden, weil es seit geraumer Zeit nicht mehr zur Entwicklung neuer und damit auch wieder wirksamer Antibiotika gekommen sei.

Das Problem liegt im Profit: Entwicklung von Antibiotika lohnt sich nicht

Für Gesundheitsexperten liegen die Ursachen für das Problem klar auf der Hand: Zum einen werden Antibiotika viel zu häufig eingesetzt. Gleichzeitig werden keine neuen Antibiotika entwickelt – und es sieht auch derzeit nicht danach aus, als könne sich das in naher Zukunft ändern, schrieb die britische Tageszeitung Independent. Für diesen Zustand macht Davies zum Teil auch Big Pharma verantwortlich. Hintergrund: In der Entwicklung von Antibiotika liegt wenig Profit, denn diese Präparate sind zwar teuer, brauchen aber nur für kurze Zeit eingenommen zu werden. Andererseits müssen z. B. Blutdrucksenker über einen sehr langen Zeitraum verwendet werden – und sind deshalb wesentlich profitabler.

Während die Bakterien also emsig an ihrer Resistenz arbeiten, gibt es auf dem Antibiotika-Markt kaum Fortschritte. Leicht nachvollziehbar, dass die Bakterien bereits einen guten Vorsprung haben. Einen, der jeden Tag Menschenleben fordert.

Bild: © Fotolia.com

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