- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Montag, 07. März 2016 08:00
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- Veröffentlicht von Redaktion Porta Vitalia
Unscheinbare Kristalle entpuppen sich als die gefährlichste Droge der Welt. Immer mehr Erkenntnisse über deren hochgradig schädlichen Wirkungen kommen ans Tageslicht.
„24 Stunden Vollgas, dann mit Psycho-Plattfuß in der Tiefgarage“, so bewitzeln Insider die Wirkung von Crystal Meth. Doch allen Ernstes ist das „Kokain der Armen“ vor allem bekannt für sein hohes Abhängigkeitspotential. Und es zieht schwerste gesundheitliche Risiken nach sich. Beim Blick auf die Details erfasst einen das ganz große Gruseln.
Crystal Meth macht besonders rasch süchtig, es zerfrisst Körper, Geist und Seele. Die Droge, eine kristalline Form von Methamphetamin, wirkt zunächst ähnlich wie Amphetamin. Allerdings hält bei „Speed“ der Höhenflug nur etwa sechs bis acht Stunden an. Hingegen ist bei Methamphetamin eine Rauschdauer von bis zu 16 Stunden zu beobachten, in Extremfällen sogar bis zu 70 Stunden. Die Psychostimulanz löst Euphorie und gesteigertes Selbstbewusstsein aus, vor allem aber erhöht sie die Aufmerksamkeit und steigert die Leistungsfähigkeit. Ebenso werden Schmerzen nicht mehr wahrgenommen.
Die Gefühls-Achterbahn rast von Euphorieschüben bis hin zu Selbstmordgedanken
Nach der Euphorie stürzen die Konsumenten der „Achterbahn-Droge“ dann ins andere Extrem. Sie werden stark depressiv, sind erschöpft, gereizt, apathisch oder denken gar an Suizid, manche berichten, dass sie tagelang nicht schlafen können. Puls, Blutdruck und Körpertemperatur steigen an, die Pupillen sind erweitert. Aber weil meist schon in dieser Downphase das Bedürfnis nach einem neuen Kick entsteht, installiert sich ein Teufelskreis, der in der Abhängigkeit endet.
Besonders bedenklich: Der stimulierende Stoff, Aufputschmittel und Mittel zur Realitätsflucht zugleich, ist längst keine reine „Partydroge“ mehr. Immer mehr Menschen konsumieren die Substanz, um im Alltag die erforderliche Leistung zu bringen. Gutverdiener, Akademiker, sogar Schüler und Studenten, besonders vor Prüfungen; hinzu kommen Mitglieder der homosexuellen Party-Szene. Und wer in einem Knochenjob schuften muss, verspricht sich von der Dröhnung ein höheres Durchhaltevermögen. Ein fataler Trugschluss, erklärt Suchtforscher Sascha Milin vom Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg: „Die Handwerker, die unter Crystal Meth durchpowern und nach Feierabend das eigene Haus bauen wollten, haben heute alles verloren“.
Wahnvorstellungen von Würmern oder Insekten unter der Haut
Doch die trügerische Stimulanz der Psyche bis hin zur völligen Selbstüberschätzung ist nur eine der zahlreichen Schattenseiten. Häufiger Konsum ist überdies mit einer Vielzahl körperlicher Krisenherde gekoppelt: Häufig verfällt die Zahnsubstanz, das Risiko für Blutdruckprobleme und Herz-Keislauf-Leiden steigt rasant, auch schon bei jungen Menschen. Zudem hat „Das Gift, das sich durch Deutschland frisst“ (STERN) verheerende Auswirkungen auf das Immunsystem. Die Website drug.com weist auf ein wissenschaftliches Review hin, das den gegenwärtigen Kenntnisstand hierüber zusammenstellt:
Crystal Meth schädigt auch unsere Barriere zur Außenwelt, die Haut. Üblicherweise wird diese von Mikroorganismen besiedelt, die einen Schutzmantel bilden und Krankheitserreger fernhalten. Bekannt ist, dass Crystal-User häufiger mit MRSA-Keimen infiziert sind. Weil diese gegen die meisten Antibiotika resistent sind, lassen sie sich nur sehr schwer bekämpfen. Bei gesunden Menschen ist eine MRSA-Infektion meist unproblematisch, bei immungeschwächten Menschen können sich die Keime jedoch ausbreiten und zu schwer ausheilenden Wunden führen.
Vor allem wenn die Droge gespritzt wird, können die Keime in die Haut eindringen und dazu führen, dass das umgebende Gewebe abstirbt. Befeuert werden Hautentzündungen zudem durch ein Phänomen, bei dem Konsumierende das Gefühl haben, als wenn kleine Insekten unter der Haut krabbeln würden. Der so genannte Dermatozoenwahn führt zu ständigem Kratzen, wodurch sich Wunden auf der Haut bilden, in die Keime eindringen können.
Crystal-Konsumenten haben ein erhöhtes Risiko für Infektionskrankheiten
Hinzukommt, dass Crystal Meth die Schutzwirkung des Immunsystems absenkt. Beobachtet wurde, dass sich der Krankheitsverlauf bei Personen, die sich mit dem HI-Virus infiziert haben, beschleunigt. Die Krankheit Aids kann sich dann innerhalb weniger Monate entwickeln. Studien haben auch gezeigt, dass Crystal Meth die Immunabwehr der Leber unterdrückt und sich Hepatitis-Viren bei einer Infektion verstärkt in der Leber ausbreiten.
Erfahrungsgemäß nimmt nur ein Teil der Betroffenen die Hilfe von Beratungsstellen in Anspruch.
Daher bietet nun ein Online-Chat allen Betroffenen eine schnelle Beratung an.
Eine erschreckende Reportage über die „Teufelsdroge“
Quellen: u.a. drugcom.de; zm-online.de; welt.de; apotheken-umschau.de
Bild: © Kaesler Media - fotolia.com
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