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Bei Harnwegsinfektionen brauchen betroffene Frauen nicht immer Antibiotika. Ärztliche Tipps, wie sich häufige Blasenentzündungen behandeln und vermeiden lassen.

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PD Dr. Winfried Vahlensieck von der Kurpark-Klinik Bad Nauheim gibt im Interview mit der Ärztezeitung Tipps, wie sich häufige Blasenentzündungen behandeln und vermeiden lassen. Hier ein Auszug:

„Es besteht die Option, Patientinnen mit unkompliziert verlaufenden Harnwegsinfektionen symptomatisch zu therapieren. Ergänzt werden kann die symptomatische Behandlung durch pflanzliche Heilmittel. Diese können mehrere pharmakologische Wirkungen entfalten (…) bis hin zu antibakteriellen. Wenn die Patientinnen gut aufgeklärt werden, macht der Arzt damit nichts falsch. Wir wissen heute, dass allenfalls ein bis zwei Prozent der unkomplizierten Harnwegsinfektionen in eine Nierenbeckenentzündung umschlagen. Es ist nicht erforderlich, jedes Mal sofort antibiotisch zu behandeln.“

Was die Ernährung angeht, kann eine beerenreiche Kost empfohlen werden

„Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig. Ich empfehle immer, so viel zu trinken, bis der Urin wasserklar oder zumindest hellgelb ist. Bei eingeschränkter Funktion von Herz oder Nieren sollte der Patient sich jedoch mit seinem behandelnden Internisten über die Trinkmenge verständigen. Bei den Hygienemaßnahmen steht das Abwischen von vorne nach hinten nach dem Wasserlassen im Vordergrund. Was die Ernährung angeht, kann gerade bei rezidivierenden Infektionen eine beerenreiche Kost empfohlen werden. Es müssen dies nicht zwangsläufig Cranberries sein. Bei manchen Frauen ist auch die Sexualhygiene ein Thema. Bestimmte spermizide Substanzen zur Empfängnisverhütung beispielsweise erhöhen das Infektionsrisiko. Auch beschichtete Pessare oder Kondome können problematisch sein. Hier hilft es, gegebenenfalls über Alternativen nachzudenken.“

Generell ist davon auszugehen, dass sich die Symptome bei 40 bis 70 Prozent der Betroffenen innerhalb einer Woche deutlich bessern. Ist das nicht der Fall, bitte ich die Patientin, sich noch einmal vorzustellen. Und dann ist es wichtig, über Warnsymptome aufzuklären, die auf Komplikationen hindeuten. Das sind Fieber, Schüttelfrost, Flankenschmerzen ein- oder beidseitig sowie ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl.

Tritt so etwas auf, muss die Patientin sofort wiederkommen und erhält ein Antibiotikum. Auch plötzliche Magen-Darm-Beschwerden, vor allem Übelkeit und Erbrechen, lassen mich vorsichtig werden. Das kann auf eine Nierenbeteiligung der Infektion hindeuten.

 Bild: © Suplex-Artworx - Fotolia.com

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