- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Mittwoch, 20. August 2014 11:38
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- Veröffentlicht von Porta Vitalia Redaktion
Eingriffe zeigen kaum Wirkung und können das Knie sogar noch kränker machen. Arzt und Comedian Eckart von Hirschhausen erklärt Fakten und Risiken der Gelenkspiegelung.
Arthrose ist die am meisten verbreitete Gelenkerkrankung. Mit zunehmendem Alter verschlimmern sich die Beschwerden, etwa anhaltende Schmerzen und eingeschränkte Bewegungsfähigkeit. Hierzulande betroffen sind etwa jeder dritte Mann und jede zweite Frau über 60 Jahre, häufig leiden sie an Knie-Arthrose. Doch Spritzen und Spiegelungen bringen dabei wenig. Diese Eingriffe zeigen kaum Wirkung, im Extremfall können sie das Knie sogar noch kränker machen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung. Statt der riskanten, nur kurzfristig schmerzlindernden Eingriffe sollten zunächst andere Methoden, etwa die Physiotherapie, stärker genutzt werden, empfehlen die Experten.
„Im Normalfall“ schlagen die Mediziner eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) vor. Dabei wird ein Endoskop in das Kniegelenk eingeführt, dieses gespült und beschädigte Knorpelteile geglättet. Um zu Schmerzen zu lindern, werden auch Injektionen verabreicht. Dabei werden entzündungshemmende Steroide in das betroffene Gelenk gespritzt oder Hyaluronsäure, ein natürlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit. Das Problem dabei, so Gerd Gigerenzer, Direktor des Harding Zentrums für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut in Berlin: "Es ist immer wieder erstaunlich, dass die Faktenlage bei häufig eingesetzten Behandlungen recht dünn ist. Doch die Patienten werden selten darüber aufgeklärt", Für den "Faktencheck Gesundheit" der Bertelsmann Stiftung hat das Harding Zentrum daher aktuelle Literatur analysiert.
Das Fazit: "Spritzen und Spiegelungen sind auf längere Sicht häufig wirkungslos. Ihr Nutzen wird allzu oft überschätzt und die verbundenen Risiken, wie etwa Entzündungen oder Schwellungen ausgeblendet", erklärt Gigerenzer. Nach Einschätzung der Forscher sind insbesondere Hyaluron-Injektionen kritisch zu bewerten. Kortikoid-Injektionen sind jedoch auch keine Alternative: Sie können Schmerzen nur kurzfristig lindern, die Wirkung verpufft bereits nach vier Wochen. Darüber hinaus rufen Injektionen nicht selten Nebenwirkungen hervor, etwa gerötete Haut, Schwellungen und Gelenkentzündungen.
Betroffene können sich auf der Website Faktencheck Knieoperation konkrete Entscheidungshilfen für einzelne Therapiemaßnahmen ansehen. Die sogenannten Faktenboxen geben den aktuellen Stand der Wissenschaft über den Nutzen und die Risiken einer Therapie wieder – und zeigen auch dünne Faktenlagen auf.
Video: Quelle You Tube:
Bild: © Klaus Eppele - Fotolia.com
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