- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Montag, 24. Februar 2014 09:30
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- Veröffentlicht von Porta Vitalia Redaktion
Wer unter leichten bis mittelschweren Depressionen leidet, muss nicht gleich an die Psychopharmaka-Pipeline. Ein Arzt aus Weinstadt erklärt die Alternativen.
Pflanzliche Mittel haben bei psychischen und neurovegetativen Erkrankungen einige Vorteile im Vergleich zu synthetischen Medikamenten: Sie sind gut verträglich, erzeugen keine körperliche oder psychische Abhängigkeit und auch keinen "Hangover". Meist gibt es auch keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Doch im „medizinischen Alltag“ sind Phytopharmaka die Mittel der ersten Wahl, erklärt Dr. Markus Wiesenauer aus Weinstadt in seinem Buch "Phyto Praxis". Nach Angaben des Allgemeinmediziners und Arztes für Naturheilverfahren kommen Baldrian, Hopfen, Lavendel, Melisse und Passionsblume als pflanzliche Beruhigungsmittel infrage. Als pflanzliche Antidepressiva empfehlen sich in erster Linie Johanniskraut und, mit Einschränkungen, koffeinhaltige Pflanzen wie Guarana, Kola und Mate sowie Ginsengwurzel und Taigawurzel.
Bei einer Stress-Erkrankung oder Burnout empfiehlt Professor Andre-Michael Beer aus Hattingen asiatischen Ginseng, sibirischen Ginseng, Rosenwurz und Ginkgo biloba. "Auch Kombinationspräparate, beispielsweise aus Johanniskraut, Baldrian und Passionsblume oder Schlaf fördernde pflanzliche Arzneimittel können gegeben werden", so Beer.
Auch für Schlafstörungen gilt, dass die medikamentöse Behandlung nicht mehr als ein Adjuvans (Hilfsstoff, der die Wirkung eines Arzneistoffes verstärkt) sein kann und pflanzliche Anwendungen keine Sofortwirkung aufweisen. Die Motivation zu einer guten Schlafhygiene und das Ausschalten den Schlaf störender Faktoren gehören daher zu den Grundsätzen der Behandlung. Beruhigend und entspannend wirken vor allem Hopfen, Melisse und Lavendel. Passionsblumenkraut hat sich im Tierversuch vor allem als Schlaf verlängernd erwiesen. Bei Unruhe und mangelnder Einschlafbereitschaft sowie klinischen Zeichen einer krankhaften Überfunktion der Schilddrüse empfiehlt Wiesenauer Wolfstrappkraut.
Die Zubereitung eines Schlaf- und Beruhigungstees kann Bestandteil des abendlichen Schlafrituals werden. Zudem kann dies einem übermäßigen Alkoholkonsum entgegenwirken. Um nächtlichem Harndrang vorzubeugen, sollte der Tee nicht unmittelbar vor dem Zubettgehen getrunken werden. Empfehlenswert sind Teekombinationen nach persönlichem Geschmack. Hilfreich sind zudem ansteigende Fußbäder mit Wassertemperaturen von etwa 28°C bis 37°C, gegebenenfalls mit Zugabe von Lavendel oder Melisse.
Quelle: aerztezeitung.de
Bild: © Fotolia.com
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