- Kategorie: Gesundheit
- Erstellt am Mittwoch, 13. Januar 2016 08:00
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- Veröffentlicht von Redaktion Porta Vitalia
Die Intense-Pulsed-Light (IPL)-Technologie zur Selbstenthaarung ist der letzte Schrei auf dem Beauty-Markt. Dermatologen warnen vor Risiken und Schwachstellen.
Keine Frage, Haare am falschen Fleck können ziemlich nervig sein. Ob im Gesicht oder an sonstigen Körperstellen, an denen sie unerwünscht sind, stellen sie nicht nur ein kosmetisches Problem dar. Häufig werden sie auch zum psychischen Problem. Viele greifen daher zur Selbstepilation. Der letzte Schrei dabei ist die IPL2-Technologie. Das Gerät erzeugt Lichtimpulse. Kurz gesagt, das Licht wird vom Melanin des Haares absorbiert und in Hitze umgewandelt, diese gelangt zu den Haarwurzeln, wo es schließlich zu einer Denaturierung und Verödung der Nährstoffzellen der Haarwurzel kommt. Eine derart behandelte Haarwurzel ist nicht mehr in der Lage, neue Haare zu produzieren.
Das Praktische: IPL-Geräte kann jeder zu erschwinglichen Preisen übers Internet beziehen. Das Problematische: In der Hand von Laien sind sie alles andere als sicher, kritisieren Dermatologen. Bei den Home-used-Devices fehle jegliche Kontrolle. Werde zu schwach behandelt, nehme man den Haaren nur das Melanin – und habe dann statt eines dicken dunklen Haares ein dickes graues Haar.
Andererseits könne es bei Überdosierung zu Verbrennungen kommen. Probleme könne es unter Umständen auch dann geben, wenn Pigmente außerhalb des Haares mitbehandelt werden, zum Beispiel in Muttermalen.
Zu empfehlen ist zuvor eine fachärztliche Kontrolle
"Wir hatten einen Fall, bei dem eine Frau im Kosmetikstudio achtmal am Unterschenkel behandelt wurde. Da fand sich dann ein schwarzer Hautkrebs", wird der Dermatologe Reinhard Gansel, Leiter des Laser Medizin Zentrums Rhein Ruhr in Essen, bezüglich eines Interviews mit Springer Medizin auf Ärztezeitung online zitiert.
Zu empfehlen sei zuvor zumindest eine fachärztliche Kontrolle, um zu beurteilen, ob die Behaarung krankheitsbedingt sein könnte. Es müsse sichergestellt sein, dass kein Hautkrebs vorliegt und dass der Patient nicht zu viele Muttermale hat.
Bei Selfmade-Enthaarung entfällt ein wichtiges Diagnosekriterium
Einer übermäßigen Behaarung können endokrinologische Erkrankungen, zum Beispiel Nebennierenrindenerkrankungen, hormonelle Störungen oder ein polyzystisches ovarielles Syndrom (PCOS) zugrunde liegen. Darunter leiden immerhin zwei Prozent aller Frauen. Durch die eigenmächtige Enthaarung fällt dieses wichtige Diagnosekriterium weg.
Quellen: u.a. dermedis.de; aerztezeitung.de
Bild: © milanmarkovic78 - fotolia.com
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