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Russisch Roulette mit neuen Medikamenten? Werden im Ausland Arzneien unter fragwürdigen Bedingungen getestet, ist das gefährlich. Für Versuchsteilnehmer und deutsche Patienten.

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Innerhalb von vier Jahren ist die Zahl der veröffentlichten klinischen Studien in Europa um ein Viertel gesunken – unter anderem, weil es so schwierig geworden ist, Testpersonen zu finden. Die Pharmafirmen gehen nun dorthin, wo die Menschen wenig Geld für Medikamente haben und deshalb bereitwilliger für Studien zur Verfügung stehen – nach Indien, China, Afrika, Russland. Etwa die Hälfte aller klinischen Studien wird Schätzungen zufolge in Entwicklungs- und Schwellenländern durchgeführt. Besonders Russland hat sich zunehmend zu einem beliebten Ziel der Pharmaunternehmen entwickelt.

Warum drängen alle großen Pharmaunternehmen für ihre Tests nach Russland, in die Ukraine, in die ehemalige Sowjetunion? Die Antwort ist: Es ist einfacher, es ist billiger. In Russland zahlten die Pharmafirmen pro Patient nur etwa ein Viertel dessen, was sie in den USA bezahlen müssten. „Aber vor allem kannst du die Patientenrechte mit Füßen treten", sagt Artjom Golowin, Vorsitzender der All-Russian Multiple Sclerosis Society, einer Patientenorganisation für MS-Kranke.

"Fehler bei klinischen Prüfungen und Fälschungen kommen häufig nur durch Zufall raus. Durch unerwünschte Nebenwirkungen. Aber dann ist das Medikament längst auf dem Markt."

Studien aus Russland sind oft "auffällig glatt", Fälschungen kommen meist nur durch unerwünschte Nebenwirkungen heraus

Und was ist mit der Kontrolle? Beteiligte Ärzte finden es nicht bedenklich, dass die klinischen Studien an ihrem Institut nur ganz selten von staatlichen Behörden kontrolliert werden und dass diese Wochen im Voraus angekündigt werden. Es gäbe einige Kollegen, die Nebenwirkungen nicht vermerken oder aus einer Blutprobe vier machen. Manche Patienten existieren nicht einmal. Ja, es gibt Phantomstudien", sagt einer der Mediziner – und erklärt, wie sie entstehen: "Der Patient existiert nur auf dem Papier. Man nimmt für die Laboranalyse einfach die Blutproben und den Urin von einem anderen Patienten oder vom Arzt selbst. Man kann auch einem Patienten mehr Blut abnehmen und die Blutprobe teilen, sodass auf dem Papier drei Patienten stehen, obwohl es in Wirklichkeit nur einer ist. Und es gibt Ärzte, die wollen unerwünschte Nebenwirkungen nicht in die Studienprotokolle reinschreiben, sie schreiben stattdessen ›alles okay mit dem Patienten‹."

In Deutschland ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für die Zulassung von Medikamenten zuständig. Das BfArM entscheidet, welche verschreibungspflichtigen Mittel in deutschen Apotheken verkauft werden dürfen. Aber: Kein Pharmaunternehmen muss beim BfArM eine Genehmigung einholen, wenn es ein Medikament außerhalb Europas testen lassen will. Eine Mitarbeiterin des Bundesinstituts, die anonym bleiben will, erzählt, dass ihr die Studien aus Russland oft "auffällig glatt" vorkommen. Ein ehemaliger Mitarbeiter: "Fehler bei klinischen Prüfungen und Fälschungen kommen häufig nur durch Zufall raus. Durch unerwünschte Nebenwirkungen. Aber dann ist das Medikament längst auf dem Markt."

Quelle: zeit.de

Bild: © Maxim Pavlov - Fotolia.com

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