- Kategorie: Ernährung
- Erstellt am Montag, 29. Dezember 2014 15:09
- 14 .2
- Veröffentlicht von Porta Vitalia Redaktion
Das Image der Medien bekommt Flecken. Die Tendenz geht zum Mainstream, auf Kosten sauberer Meinungsbildung. Nun hat es auch ein Network-Marketing-Unternehmen erwischt.
Tatort: Irgendwo in Deutschland. Unter Generalverdacht: Ein Network-Marketing-Unternehmen.
Also hin zum nächsten Meeting, undercover mit versteckter Kamera, und schon kann es unter die Lupe genommen werden – „das Geschäft mit den Nahrungsergänzungen“. Aber bitte recht kritisch, das ist erkennbar der Kernanspruch des Recherche-Teams. Entsprechend eingleisig gerät das Intro, und schon nach 22 Sekunden fällt das Warm-up-Reizwort: „unseriös“. Bevor der TV-Zuschauer auch nur den Splitter eines Sachverhalts kennt. „Eine Goldgrube“ sei das hier, erfährt man im nächsten Satz. Allein das klingt verdächtig, ebenso die Tatsache, dass hier jemand mit Nahrungsergänzungsmitteln „reich geworden“ ist. Vor mehreren Tausend Geschäftspartnern spricht die „deutsche Frontfrau“ des Unternehmens über ihren Weg zum Erfolg, motiviert zum Nachmachen. „Der Trick dabei“, so der Kritiker-Kommentar aus dem Off, „die Kunden sollen sich das Geld selber wieder reinholen“. Dazu müssten sie die Produkte nur weiterempfehlen. Eine Art Schneeballsystem! Fast körperlich lässt es sich nachempfinden, wie sich die Lippen der Sprecherin bei diesem Reizwort verächtlich kräuseln.
Die Reporterin macht einen Selbsttest – schmale zwei Wochen lang. Um hinterher über „skrupellose Heilversprechungen“ zu mosern. Auch der zitierte Professor macht ein kritisches Gesicht, als er pauschal vor Nahrungsergänzungen warnt – und klammert sich an die Minimal-Empfehlungen der DEG. Eine Kontrastmeinung ist nicht zu hören, auch kein Wort von Menschen, denen mit Nahrungsergänzungen geholfen wurde.
Suspekt? Das ist höchstens die Strickart dieses TV-Berichts. Wenn schon nach einer halben Minute das Urteil gefällt ist, muss das stutzig machen. Zudem hatten sich die „Sensations-Sucher“ offenbar nicht recht vorbereitet. Auch nicht, was biologische und medizinische Zusammenhänge angeht. Saubere Meinungsbildung funktioniert komplett anders.
Den gesamten 5-Seiten-Artikel finden Sie im aktuellen Netcoo Magazin (12/2014). Erhältlich im Zeitschriftenhandel ab dem 02.01.2015 oder direkt beim Verlag. HTTPS://www.netcoo.com/shop/
Bild: © andreaskrone - Fotolia.com
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