- Kategorie: Ernährung
- Erstellt am Donnerstag, 21. April 2016 08:10
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- Veröffentlicht von Redaktion Porta Vitalia
Neue Erkenntnisse über alte Getreidesorten. Mediziner überraschen mit Studienergebnissen über bessere Sehkraft durch „Schwabenkorn“ & Co.
Durch die altersbedingte Makulaveränderung schwindet die Sehkraft. Die bisher nicht heilbare Erkrankung schränkt die Betroffenen im Alltag ein, da lesen oder fernsehen nur noch bedingt gut gelingt. In Deutschland ist jeder Dritte über 60 davon betroffen. Doch das Sehkraft-Defizit (Auslöser sind Ablagerungen und Veränderungen der Blutgefäße an der Netzhaut) trifft nicht nur Senioren. „Wir wissen, dass diese nicht nur altersbedingt sind, sondern auch durch die Lebensführung beeinflusst werden“, erklärt Prof. Jens Dawczynski, stellvertretender Direktor der Augenklinik am Uniklinikum Leipzig und Leiter der LUTEGA-Studie.
Durch bestimmte Nährstoffe steigt die Anzahl der Makulapigmente
Im Gegensatz zum Alterungsprozess lassen sich Essgewohnheiten beeinflussen. Deshalb wurde in der Studie geprüft, ob bestimmte Nährstoffe die gestörten Stoffwechselprozesse am Auge verbessern können. Untersucht wurde der Effekt einer täglichen Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit einer Kombination aus Lutein, Zeaxanthin und Omega-3-Fettsäuren. „Das Ergebnis hat unsere Hoffnungen bestätigt“, so Prof. Dawczynski. Wir haben einen deutlichen Anstieg der Makulapigmente als Folge der Nahrungsergänzungsmitteleinnahme gesehen. Damit wird das mit einem Schwund dieser Pigmente verbundene Voranschreiten der Makuladegeneration gestoppt bzw. verlangsamt.“ Auch die Sehkraft der Studienteilnehmer habe sich als Folge der Nährstoffzufuhr stabilisiert und leicht verbessert.
Auch natürliche Nahrungsmittel bieten einen Schutz-Effekt
Auch wenn in der Studie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln untersucht wurde, kann der Effekt auch durch natürliche Nahrungsmittel erzielt werden. Das benötigte Lutein steckt vor allem in grünem Gemüse wie Grünkohl oder Brokkoli, Omega 3 Fettsäuren in Seefisch. „Eine ebenfalls gerade erschienene amerikanische Studie zeigt, dass die Stoffe über das Essen sogar besser aufgenommen werden als über eine Kapsel“, so der Leipziger Augenmediziner.
„Wir essen nicht jeden Tag einen Topf Spinat, um ausreichend Lutein aufzunehmen“
Experten der Universität Hohenheim veröffentlichen nun einen wissenschaftlichen Artikel zu Nährstoffen und Anbaufragen in alten Weizenarten. Tenor: Die alten und lange vergessenen Weizenarten Einkorn, Emmer und Dinkel bieten nicht nur geschmacklich ein besonderes Erlebnis. Auch gesundheitlich sind sie wertvoll, so produzieren sie beispielsweise den Augenschutzstoff Lutein (wird für den gelben Fleck im Auge benötigt), den Bereich des scharfen Sehens. Auch hier der Hinweis, dass vor allem Lebensmittel wie Grünkohl oder Spinat eine hohe Menge an Lutein enthalten. Das Problem dabei erklärt Prof. Dr. Carle: „Wir essen nicht jeden Tag einen Topf Spinat um ausreichend Lutein aufzunehmen. Brot hingegen nehmen wir regelmäßig zu uns. Die alte Weizenart Einkorn bietet nun eine Möglichkeit, dass sich auch die Menschen gesünder ernähren, die nicht regelmäßig grünes, luteinreiches Gemüse zu sich nehmen.“
Natürlich enthalte auch beispielsweise der Brotweizen Inhaltsstoffe, die für den menschlichen Körper wichtig sind. Vielversprechender sähe es jedoch bei den alten Weizenarten aus. Vor allem beim Einkorn, so Prof. Dr. Carle, verzeichne eine bis zuzehnmal höhere Konzentration an bestimmten cholesterinsenkenden Substanzen, Vitamin E und dem Augenschutzstoff Lutein.
Video: Anbau und Einsatz von Einkorn-Getreide
Fördert Dinkelbier die Sehkraft?
Das „Schwabenkorn“ ist angesagter denn je. Warum das so ist, erklärt dieses Video:
Quellen: u. a. uniklinikum-leipzig.de; uni-hohenheim; mamas-rezepte.de
Bild: © YakobchukOlena - goldbany - fotolia.com
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