- Kategorie: Ernährung
- Erstellt am Donnerstag, 24. Oktober 2013 08:10
- 13 .2
- Veröffentlicht von Porta Vitalia Redaktion
Ausgerechnet der Gentechnik-Konzern Monsanto wurde mit dem Welternährungspreis ausgezeichnet. Ein neuer Image-Schachzug, um gutgläubige Verbraucher für dumm zu verkaufen. Klare Kennzeichnungen fehlen weiterhin.
Der mit 250 000 Dollar dotierte Preis, vergeben von der Stiftung World Food, gilt als die wichtigste Auszeichnung zur Verbesserung der weltweiten Lebensmittelproduktion und -versorgung. Deshalb wird er auch als „Oskar der Landwirtschaft“ bezeichnet.
Dabei ist der Nutzen der Agrar-Gentechnik im Kampf gegen den Welthunger höchst umstritten, und viele Verbraucher lehnen – aus den unterschiedlichsten Gründen – Gentechnik ab. Das Problem dabei: Monsanto und seine Produkte werden mit Preisen geadelt, die Verbraucher dagegen immer wieder für dumm verkauft.
Was bleibt, ist mehr als ein Geschmäckle: Die Stiftung World Food steht schon seit Jahren im Verdacht, käuflich zu sein. Sie werde von großen Saatgutkonzernen mitfinanziert, sagen Kritiker. Monsanto soll Millionen von Dollar in das Projekt hineingepumpt haben. Vorsichtiger formuliert es die New York Times: Der Preis habe den Ruf, „industrienah“ zu sein. Die World Food Price hingegen, logisch, streitet jede Einflussnahme durch die Landwirtschaftsindustrie ab. Stiftungspräsident Quinn – ebenso logisch – verteidigte die Entscheidung des Vergabekomitees. Die Spenden von Großkonzernen wie Monsanto hätten keinen Einfluss auf die Preisvergabe gehabt.
Bitter für den Verbraucher: Welche Produkte mithilfe von Gentechnik hergestellt wurden, kann man im Supermarkt in vielen Fällen weiterhin nicht erkennen. Wo „Monsantos Müll“ drin ist, steht meistens eben nicht „Gentechnik“ auf der Packung. Der Grund: Die Kennzeichnungsvorgaben der EU sind lückenhaft. Die Verbraucherorganisation Foodwatch meint hierzu: Die Verbraucher haben ein Recht zu erfahren, ob sie mit dem Kauf eines Produktes den Einsatz von Gentechnik auf den Feldern unterstützen oder nicht! Mit einer E-Mail-Aktion wird die EU auf gefordert, endlich eine klare Kennzeichnung umzusetzen: Auch wo Gentechnik als Futtermittel eingesetzt wurde, müsse Gentechnik drauf stehen!
Wer den Protest unterstützen will, kann hier direkt an die zuständigen EU-Kommissare schreiben: www.foodwatch.de/aktion-gentechnik
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