- Kategorie: Ernährung
- Erstellt am Mittwoch, 18. Juni 2014 08:00
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- Veröffentlicht von Porta Vitalia Redaktion
Weltweit leiden immer mehr Menschen an den Folgen des Zuckerkonsums. Unabhängige Wissenschaftler warnen vor den Risiken. Doch andere Kollegen sitzen am längeren Hebel.
Suchtstoff Zucker: Forschungen zeigen, dass schon Kinder auf Abhängigkeit programmiert werden, oft bereits im Mutterleib. Viele essen Zucker, ohne es zu wollen, versteckt als Konservierungsstoff in Industrienahrung. Die Lawine rollt. Weltweit leiden immer mehr Menschen an den Folgen des Zuckerkonsums. Unabhängige Wissenschaftler warnen vor den Risiken, u. a. vor Übergewicht, Alzheimer, Krebs, und vor allem der Zuckerkrankheit Diabetes. 44 Milliarden Euro kostet sie jährlich allein in Deutschland.
Auch die Experten der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde Efsa beschäftigten sich ausgiebig mit Zucker. Doch deren Urteil fiel überraschend wohlwollend aus. Sie mochte sich nicht zu direkten Empfehlungen durchringen – einer Beschränkung des Zuckerverzehrs oder gar zu einem Höchstwert für Zucker. Offizieller Grund: Dem Gremium lagen nicht genügend Belege vor, um eine Obergrenze festzulegen. Und eigentlich gebe es auch gar keine direkten Folgen des Zuckerverzehrs für die menschliche Gesundheit. Übergewicht? Herzkrankheiten? Diabetes? Kein zwingender Zusammenhang, so das Urteil.
Von Danone bis Mars – viele Efsa-Experten pflegen eine „gewisse Nähe“ zu einschlägigen Industriekreisen
Die zuckersüße Beurteilung solcher Sachverhalte führen Kritiker darauf zurück, dass die Efsa-Experten „eine gewisse Nähe“ zu einschlägigen Industriekreisen pflegen: Der Mailänder Professor für Kinderheilkunde Carlo Agostoni war beraterisch für Ferrero tätig. Der Pariser Ernährungswissenschaftler Professor Jean-Louis Bresson bekam Forschungsförderung von Danone sowie den Pharmakonzernen Novartis und Sanofi. Die britische Ernährungsforscherin Susan Fairweather-Tait erhielt Forschungsförderung von Unilever, agierte als „Scientific Governor“ bei der British Nutrition Foundation – getragen u. a. von British Sugar, Tate & Lyle Sugars, der Ketchupfirma Heinz, dem Schokoriegelkonzern Mars, von Coca-Cola, Pepsi-Cola,Kellogg, Nestlé, Unilever. Der nordirische Ernährungschemiker Professor Sean (J.J.) Strain, war Mitglied im Aufsichtsrat bei der Industrielobbyvereinigung International Life Sciences Institute (Ilsi), Berater beim Pringles-Konzern Procter & Gamble, auch bei Danone, und er bekam Forschungsförderung von Nestlé sowie vom holländischen Zusatzstoffkonzern DSM. Der Vorsitzende, der irische Professor Albert Flynn von der Universität Cork, gab eine ganze Reihe von Verbindungen zur Industrie an: Verwaltungsratsmitglied beim Lobbyverband Ilsi, Mitglied des Gesundheits- und Wellness-Beraterkreises beim Milka-Mutterkonzern Kraft, er bezog Forschungsförderung von Danone, von Kellogg und von Masterfoods.
Das Wort von der Zuckermafia, in diesem Beziehungsgeflecht schmilzt der Dünkel einer „Verschwörungstheorie“ gegen die süße Sucht wie ein Ferrero-Küsschen in der Tropensonne.
Lesen Sie hierzu auch: „Zucker ist jetzt Krankheitsmacher Nummer eins“
Quelle: food-detektiv.de
Foto: © Meirion Matthias - Fotolia.com
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