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„Korrupte Technologie“: Russland will kein Gentec-Essen auf dem Tisch haben
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Russische Bürger und Wissenschaftler gegen GVO. Abgeordnete fordern völliges Verbot. Das wäre ein schwerer Schlag für Monsanto & Co. Und eine Steilvorlage für andere Länder.

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Das russische Landwirtschaftsministerium will den Anbau und Verkauf von Gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in Russland völlig verboten sehen und die gesamte Landwirtschaft auf organischen Anbau umstellen, das meldet der Sender „Stimme Russlands“. Mindestens 80 Prozent der russischen Bürger sind nach eigenen Angaben ebenfalls gegen die „korrupte Technologie“. Dieser Schritt könnte eine Bedrohung für die mächtigen Industrien sein, welche die US-Regierung und die amerikanische Medienmaschinerie „pro GVO“ beeinflussen. Es könnte nämlich sein, dass Russlands Beispiel bald in ganz Europa Schule macht. Die meisten EU-Länder verlangen zumindest die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel, wenn diese im Laden angeboten werden. Wenn Russland aber beschließt, die Biotechnologie insgesamt unter Beschuss zu nehmen und die Rolle des „Weltführers bei sauberer Nahrungsmittelproduktion“ zu übernehmen, werden sich u. U. viele andere Länder anschließen. Das wiederum könnte den Todesstoß für solche transgene Nutzpflanzen bedeuten.

Nach russischem Gesetz müssen gentechnisch veränderte Lebensmittel schon heute gekennzeichnet werden. Das Land gilt als weitgehend frei von Gentechnik, auch weil sich zahlreiche Städte, darunter auch Moskau, zur GVO-freien Zone erklärt haben. Tatsächlich werden gegenwärtig in Russland überhaupt keine gentechnisch veränderten Feldfrüchte angebaut.

Als Wissenschaftler die langfristige Wirkung von GVO-Erzeugnissen im Tierversuch testeten, waren sie entsetzt über die Ergebnisse

Allerdings drängt die Zeit: Dass Russland 2012 der Welthandelsorganisation WTO (World Trade Organization) beigetreten ist, bedroht die Solidarität in dem bisherigen landwirtschaftlichen System. Deshalb drängen viele auf die sofortige Verabschiedung eines Gesetzes, das die Produktion von gentechnisch veränderten Feldfrüchten in Russland verbietet. Ein solcher Schritt würde auch die ungeklärten gesundheitlich Folgen von GVO einbeziehen, die man in den USA und in Ländern ignoriert, welche die Technologie gutgläubig übernommen haben. „Diese Organismen sind alle gefährlich, weil das Herstellungsverfahren selbst alles andere als perfekt ist – dabei werden pathogene Bakterien und Viren verwendet«, erklärt die Biologieprofessorin und international renommierte Expertin für Lebensmittelsicherheit Dr. Irina Ermakowa. „Als Wissenschaftler die langfristige Wirkung von GVO-Erzeugnissen im Tierversuch testeten, waren sie entsetzt über die Ergebnisse – Fettleibigkeit und Krebs. Das Beste wäre es also, alle solche Nahrungsmittel zu verbieten … wie es europäische Länder bereits tun.“

Die große Mehrheit der russischen Bürger ist ebenfalls gegen GVO. Mehrere Parlamentarier, meldet die „Stimme Russlands“ haben daher eine Vorlage eingebracht, das Gesetz »über die Sicherheit und Qualität von Lebensmittelprodukten« zu ändern. Danach müssten alle in Russland hergestellten Lebensmittel vollkommen Gentechnik-frei sein; zudem wäre der Anbau von GVO auf russischem Boden verboten.
 
»Es scheint mir eine sehr weise Entscheidung zu sein“, erklärte Nina Holland, Forscherin und Aktivistin des Corporate Europe Observatory, einer Nichtregierungsorganisation, die gegen unverantwortliche Konzern-Landwirtschaft und institutionalisierte Ungerechtigkeit vorgeht. „Es wäre also schön, wenn Russland die GVO verbietet, sowohl vom Standpunkt der Umwelt als auch im Interesse der Unabhängigkeit der Landwirte.“

Quellen: u. a. VoiceOfRussia.com; gen-ethisches-netzwerk.de

Bild: © Christian Jung - Fotolia.com

 

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