- Kategorie: Ernährung
- Erstellt am Donnerstag, 10. Juli 2014 08:00
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- Veröffentlicht von Redaktion Porta Vitalia
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung senkt die Referenzwerte für Folsäure. Dabei lässt die Versorgung mit dem wichtigen B-Vitamin schon jetzt sehr zu wünschen übrig.
Dass diese Säure ein Vitamin ist, wissen die wenigsten. Und es ist das einzige, bei dem neun von zehn Menschen hierzulande nicht einmal die Richtwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) erreichen. Dabei stapelt die bei ihren Empfehlungen von Haus aus eher tief. Zu einem Negativ-Ergebnis kommt auch die Nationale Verzehrsstudie des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Nach Neubewertung durch Wissenschaftler des Max Rubner-Instituts nimmt etwa die Hälfte aller Deutschen weniger als 200 Mikrogramm Folat zu sich. „Ungenügend“ lautet denn auch das Urteil von Medizinern und Ernährungsexperten.
Der empfohlene Tageswert an „Vitamin-Grün“ lässt sich oft nur in der Theorie erreichen
Letztere weisen immer wieder darauf hin, wie wichtig auch in dieser Hinsicht eine gesunde Ernährung ist: Ausgezeichnete natürliche Folatquellen sind beispielsweise grüne Gemüsesorten wie Blattsalat oder Spinat, aber auch Kohlgemüse, Tomaten und Zitrusfrüchte sowie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. „Theoretisch lässt sich der empfohlene Tageswert durch gesunde Kost erreichen“, sagt Prof. Dr. Berthold Koletzkovom Arbeitskreis Folsäure und Gesundheit (AKF). Doch gelingt die praktische Umsetzung im Alltag oft nicht. Folglich bleibt die Lücke zwischen empfohlener und realer Aufnahme enorm
Auch Männer sollten auf genügen Folsäure achten – bei einem Manko drohen mehr Genomgeschädigte Spermien
Folat benötigt der Organismus, damit neue Zellen entstehen und wachsen können. Das lebenswichtige B-Vitamin trägt außerdem dazu bei, die Konzentration der Aminosäure Homocystein im Blut zu senken. Das giftige Abfallproduktdes menschlichen Stoffwechsels gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer aber zusätzlich zur normalen Ernährung Folsäure einnimmt, kann sein Schlaganfallrisiko um fast ein Fünftel senken, das ergab eine im Fachblatt „Lancet“ veröffentlichte Analyse der bisherigen Studien.
Und auch die Familienplanung kann profitieren: Folsäure (die synthetisch hergestellt wird) ist nicht nur für Frauen während der Schwangerschaft von Vorteil, auch Männern wird geraten, auf ihren Folsäurestatus zu achten. Eine Studie zeigte nämlich: Männer, die täglich ausreichend Folsäure über Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel konsumierten, wiesen im Vergleich zu anderen Männern 20 Prozent weniger Genomgeschädigte Spermien auf.
Vor diesem Hintergrund wirkt es mehr als befremdlich, wenn die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung den empfohlenen Tageswert für Folat deutlich senkt – von 400 Mikrogramm auf 300 Mikrogramm.
Kritiker vermuten: Mit dieser neuen Messlatte im Rücken kann verkündet werden: „Folsäuremangel weniger dramatisch als angenommen“. Es wäre nicht der erste Fall, in dem Mangelzustände durch eine Korrektur von Richtwerten mit diesem Kunstkniff bagatellisiert werden.
Wer seinen Folsäuremangel nicht über die Ernährung beheben kann, weil keine Zeit dafür bleibt (oder keine Gelegenheit, sich täglich vollwertig und biologisch zu versorgen), kann sich mit hochwertigen Nahrungsergänzungen aus der Misere helfen. Am besten maßgerecht zugeschnitten auf die persönlichen Lebensumstände, im Idealfall empfohlen von einem ausgewiesenen Kenner. Nicht aber vom Grabbeltisch beim Drogeriediscounter oder aus dem Billig-Online-Shop.
Quellen: ak-folsaure.de; tagesspiegel.de; netzwerk-frauengesundheit.com
Bild: © Zerbor - Fotolia.com
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