- Kategorie: Ernährung
- Erstellt am Mittwoch, 26. März 2014 07:34
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- Veröffentlicht von Porta Vitalia Redaktion
Fisch, Äpfel oder Marmelade stammen immer öfter aus China. Das ist dann problematisch, wenn sie verunreinigt sind – etwa durch Pestizide.
Von wegen fangfrisch von der Nordsee direkt auf den Tisch. „Wenn Sie im Discounter Fischstäbchen oder Tiefkühlfilet kaufen, können Sie davon ausgehen, dass die Ware in China aufgetaut, verarbeitet, wieder eingefroren und von dort aus weitertransportiert wurde“, so Matthias Keller, Leiter der Hamburger Fisch-Informationszentrale zur „Welt am Sonntag“. Demnach sind zwei von drei Alaska-Seelachsprodukten im deutschen Handel chinesische Importe. Nur die Spitze des Eisbergs? Die meisten Verbraucher wissen gar nicht, dass China-Produkte in deutschen Lebensmitteln längst Standard sind. Auch Schokolade oder Fruchtzubereitung für Marmelade, Joghurt und Co kommen häufig aus dem Reich der Mitte – mit unliebsamen Begleiterscheinungen.
Doch bei den großen Fruchtsaftherstellern, herrscht Schweigen darüber, wer aus China importiert und wer davon lieber die Finger lässt. Von den vier Branchenschwergewichten Riha-Wesergold, Gerber Emig, Eckes-Granini und Refresco – das unter anderem die Rewe-"ja!"-Säfte herstellt –, ist keines zur Auskunft bereit. Eine Verschwiegenheit, die Verbraucherschützer in Rage bringt. So fordert „Foodwatch“ mehr Transparenz über die Herkunft von Inhaltsstoffen. Ginge es nach den Lebensmittelwächtern, müsste auf vielen Apfelsaftflaschen demnächst "Made in China" stehen.
Pralle Preisvorteile durch Pestizide – China-Spargelschlägt Spanien-Importe
Die Einfuhr einiger kritischer Artikel hat die EU schon verboten: beispielsweise frisches Geflügel und genetisch veränderten Reis. Laut Außenhandelsstatistik habe die Bundesrepublik 2013 rund sechs Prozent weniger Essen aus China importiert als im Jahr zuvor, schreibt die „WamS“. Vermutlich auch deshalb mache die Lebensmittelindustrie ein Geheimnis daraus, wie hoch der Anteil der China-Produkte in ihren Waren ist. An den unschlagbaren Preisvorteilen der China-Ware kommen die Hersteller allerdings nur schwer vorbei. Nach Angaben der „WamS“ („Enthält Spuren von China“) kosten etwa chinesische Erdbeeren mit rund 600 Euro pro Tonne nur ein Drittel des Preises spanischer Erdbeeren.
Ein großes Problem sei dabei aber der unterschiedliche Umgang mit Verbraucherschutzrichtlinien: „In der chinesischen Landwirtschaft sind Pestizide erlaubt, die in Deutschland verboten sind“, so Christiane Huxdorff(Greenpeace) zur „WamS“. Es gelten auch andere, viel niedrigere Grenzwerte.
Auch Äpfel kommen mittlerweile häufig aus China – und erwähnter Fisch. Bevor der in Deutschland ankommt, macht er erst einmal eine Weltreise: Gefangen in der Beringsee vor Alaska, wird er auf dem Schiff eingefroren und dann in eine der Fischverarbeitungsfabriken an der chinesischen Küste gebracht. Dort taut man ihn auf, zerlegt ihn in Portionsbeutel – und friert ihn erneut ein, um ihn schließlich nach Europa zu verschiffen.
Rewe, Iglo, Lidl & Kollegen mauern – China-Importe verkaufen vor allem die anderen!
Umweltschützer sehen diese globale Arbeitsteilung kritisch. Die Tierschutzorganisation Traffic, die den Handel mit Wildtieren überwacht, hat die chinesischen Verarbeitungsfabriken seit Jahren im Blick. In einer vor knapp fünf Jahren veröffentlichten Studie kritisierte sie die Undurchsichtigkeit, mit der chinesische Lebensmittelbehörden Herkunftszertifikate ausstellen. "Die Kennzeichnungspflichten sind vage. Auf den Dokumenten muss teilweise nicht einmal stehen, um welche Fischart es sich handelt", schreibt die Autorin der Studie, die US-Meeresbiologin Shelley Clarke. Über die Qualität des Fischs, ob er etwa mit Schwermetallen oder Antibiotika belastet sei, sagten die Zertifikate nichts aus.
Der führende deutsche Hersteller von Fischstäbchen, Iglo, hält das Thema ebenso wie andere Lebensmittelkonzerne unter Verschluss. Das Unternehmen will sich nicht dazu äußern, wie es die Qualität seiner Importe überwacht – für Iglo spiele China als Herkunftsland eine "weniger bedeutende Rolle". Ähnlich äußert sich Lidl. Egal welches Unternehmen in der Lebensmittelindustrie gefragt wird, die Antwort scheint immer dieselbe: China-Importe verwenden vor allem die anderen.
Quellen: Welt.de; Focus.de
Bild: © smart.art - Fotolia.com
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