- Kategorie: Ernährung
- Erstellt am Montag, 15. Februar 2016 08:00
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- Veröffentlicht von Redaktion Porta Vitalia
Eine Proteinschwemme wie gegenwärtig gab es in der gesamten Menschheitsgeschichte nicht. Doch die tägliche Überdosis Fleisch hat viele Negativfaktoren im Schlepptau.
Neuer Höchstwert bei der Erzeugung von Fleisch: Im Jahr 2015 stieg die Produktion in deutschen gewerblichen Schlachtunternehmen auf insgesamt 8,22 Millionen Tonnen. Damit essen wir doppelt so viel Fleisch wie der Weltdurchschnitt.
Wer zu viel Protein tankt, überfordert seinen Körper
Die krachende Überdosis Fleisch bringt ein völlig neues Phänomen mit sich. Das Eiweiß aus Steak und Putenbrust beispielsweise galt bislang als unzweifelhaft gesund. Doch aktuelle Forschungsergebnisse zeigten: Zu viel Protein überfordert den Körper. Bisher war das kaum bekannt – zu viel Protein, das gab es in der Menschheitsgeschichte noch nicht. Erst die Massenställe für Abertausende von Tieren machten dies möglich. Und genau das ist die Kehrseite der Medaille: Je mehr Tiere zusammengepfercht werden, desto mehr leiden sie – und auch die Menschen. Je mehr Hühner beispielsweise in einem Stall leben, desto mehr Krankheiten gibt es, desto mehr Antibiotika werden eingesetzt – und umso mehr Resistenzen gibt es. Und Menschen sterben, weil bei ihnen die Medikamente nicht mehr wirken.
Wie das Fleisch so die Milch: Wenn tausende von Kühen auf einer Farm leben, dürfen sie nicht mehr auf die Weide, nicht mehr grasen, wie es artgerecht wäre. Die fatale Folge: mindere Milchqualität. „Je größer die Betriebe werden, desto weniger Weidegang für die Kühe“, so zitiert Hans Ulrich Grimm in seinem Buch „Die Fleischlüge. Wie uns die Tierindustrie krank macht“ einen hochrangigen Berater des Bundeslandwirtschaftsministers.
Menschen trinken Milch seit Jahrtausenden – jetzt soll sie krank machen?
Auf der Titelseite einer Ministeriumsbroschüre prangt das Bild einer Kuh – ohne Hörner. Heute „ganz normal“. Damit die Tiere leichter in Massen zu halten sind, werden ihnen die Hörner abgesägt. Dabei ist das Horn ein empfindliches, gut durchblutetes Organ, berichtet der Autor. Und die Verstümmelung hat Folgen, nicht nur für die Kuh, sondern womöglich auch für die Qualität der Milch.
Ohnehin ist die Milch in Misskredit geraten, sie wird für allerlei Leiden verantwortlich gemacht, von Allergien über Akne bis hin zu Krebs. Sogar seriöse Wissenschaftler raten ab. Aber was ist bloß passiert mit der Milch – und was kann die Kuh dafür? Hans Ulrich Grimm sucht die Antworten, auch auf die Frage, was jetzt zu tun ist: Ganz auf Milch und Fleisch verzichten?
Seine Antwort: Es geht auch anders. Jenseits der Massentierhaltung. Der Autor hat sie besucht: Bauern, bei denen die Kühe wirklich glücklich sind; Hühner, die sich noch vermehren dürfen, die stolzen Hähne, die dabei mitwirken. Und die Schweine, die sich durch die Weide wühlen dürfen, den Rüssel voran. Denn all das gibt es noch – sogar immer öfter.
Hier gibt’s einen Blick ins Buch
Vorsicht! In diesem drastischen 4-Minuten-Video prallen bunte Werbung und blutige Realität aufeinander:
„1 Kilo Hackfleisch für 3,40 Euro ist pervers"
Kontrastprogramm: Hier entsteht das Ökohuhn der Zukunft
Quelle: u.a. food-detektiv.de; handelsblatt.com; naturkost.de
Bild: © Hans-Ulrich Grimm
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