- Kategorie: Ernährung
- Erstellt am Dienstag, 27. Mai 2014 08:00
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- Veröffentlicht von Porta Vitalia Redaktion
Nahrungsergänzungen sind für viele offenbar ein rotes Tuch. Dass allerdings Stiftung Warentest die Hörner gegen Süßwasseralgen senkt, zeugt nicht gerade von Expertentum.
Ausgerechnet die Stiftung Warentest legte sich ziemlich ins Zeug, um nachdrücklich zu warnen: „Algenpräparate: Die grüne Gefahr“. Algen seien gefährlich hieß es, und sie hätten keinen Nutzen für den Benutzer. Das merkwürdige dabei: Angeblich gibt es keine Nachweise, dass Algen im Sinne der menschlichen Gesundheit wirken. Zugegeben, das „Algen-Marketing“ diverser Anbieter mag mitunter über das Ziel hinausschießen – aber dass die Warentester keine wissenschaftliche Literatur zu den Geschmähten gefunden haben wollen, macht Experten für Nahrungsergänzungen dann doch betroffen. Kennen die Tester solche Pro-Fakten wirklich nicht, so ist zu fragen, oder wird „positives Material“ bewusst ignoriert?
Die NASA lässt Spirulina-Algen an Bord ihrer Raumfähren nehmen – wohl kaum als Test für die Leidensfähigkeit der Astronauten
Dabei wimmelt es doch von Gegenbeweisen. Spektakulärstes Beispiel: NASA und ESA lassen die Spirulina-Alge als Langzeitnahrungsmittel an Bord ihrer Raumfähren nehmen. Dies ganz sicher nicht, um die Leidensfähigkeit der Astronauten zu testen…
Getestet hat auch die Stiftung Warentest. Aber welche Qualität eigentlich? Herkömmliche Produkte kommen nämlich manchmal von sonst wo her. In manchen Präparaten stecken erheblich weniger Inhaltsstoffe, weil die Kultivierung nicht unter optimalen Bedingungen erfolgte. Auch ein Mehr ist denkbar – an Stoffen, die oder nicht hineingehören, jedenfalls nicht in erhöhter Konzentration. Hersteller mit hohem Qualitätsanspruch meiden solche Billig-Bezugsquellen, zeigen zweifelhaften Lieferanten konsequent die rote Karte.
Qualitativ zweifelhafte Palettenware vom Discounter darf nicht zur Sippen-Schelte führen
Von daher ist es keine schlechte Idee, sich einmal umzuschauen, welcher Anbieter ein wirklich gutes Produkt anbietet. Palettenware vom Discounter dürfte diesem Anspruch keinesfalls genügen. Das führt im Ergebnis zu Sippen-Schelte, und es ignoriert, dass Alge keinesfalls gleich Alge ist. Doch getestet ist getestet, prompt rauschten die Ergebnisse durch den bundesdeutschen Blätterwald, von den Großkaliber-Medien bis hin zum schnöden Gratis-Wochenblatt. Die Tester haben doch Ahnung, die müssen das doch wissen. Wirklich? Bei den Pharmariesen jedenfalls lachte man sich ins Fäustchen ob der medialen Tiefschläge gegen die verhassten Umsatzschädiger im grünen Gewand.
Doch jetzt kommt heraus, dass die Ergebnisse zwar richtig sind; andererseits wurden sie offenbar falsch interpretiert. In der Kritik stand vor allem die AFA-Alge. Zwar waren bei Laboruntersuchungen „zellschädigende und krebsverdächtige Stoffe“ entdeckt worden. Von diesen „bedenklichen“ Substanzen (Microcystine) wurden jedoch nur Spuren gefunden, die weit unterhalb des offiziell gültigen Grenzwertes liegen – eine Information, den die Tester unter den Tisch fallen ließen. Was ebenfalls nicht erwähnt wurde: Im Verbund aller in dieser Süßwasseralge vorkommenden Nährstoffe, Mikronährstoffe und schützenden Antioxidantien werden Microcystine in ihrer Wirkung nahezu augehoben.
Bild: Fotolia.com © Eskymaks
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